Viele von uns wurden als Kinder mit dem Belohnungssystem konfrontiert,
teilweise sogar konditioniert, was zur Folge hatte, dass manch einer am Ende
abhängig war von der Anerkennung anderer, die er für seine guten Leistungen
erhielt. Die Belohnung war der Köder zu tun was getan werden musste.
„Abliefern!“ Entsprach man aber einmal nicht den Erwartungen, gab es auch kein
Lob mehr. Was gut gemeint war um jemanden für gute oder herausragende
Leistungen zu motivieren, war auch gleichzeitig ein Tritt in die Magengrube für
den Selbstwert, der einerseits unter dem Druck litt gut sein zu müssen um Lob zu
erfahren, gleichzeitig aber auch die Versagensangst aufbaute und damit den
Glaubenssatz entwickelte: Ich bin nur was wert, wenn ich gute Leistungen
abliefere.

Jedoch darf man nicht vergessen, dass man immer was wert ist, unabhängig
welche Leistung man abliefert. Dieses Denken anzunehmen ist kognitiv einfach,
aber emotional umzusetzen dafür umso schwerer, einfach weil man es niemals so
kennen gelernt hat, und deswegen nun der Überzeugung ist, dieses oder jenes
nicht zu verdienen, weil die eigene Leistung weder herausragend ist und die
Anerkennung von Außen fehlt.

Diese Anerkennung sich selbst zu geben, wurde nicht gelernt. Die Angst nicht zu
genügen entsteht und bildet sich permanent aus. Das Gehirn speichert diese
Gedanken und fortan gilt dieser Glaubenssatz als Lebenswirklichkeit, die eben
aber auch den Betreffenden daran hindert, später Zuversicht zu verspüren, dass
sich ein gutes Gefühl einstellt, wenn man sich selbst etwas Gutes tut, man für sich
sorgt oder sich gar auf den Weg macht, sein Denken und Tun zu verändern. Viele
von uns denken aufgrund dieser Konditionierung es nicht verdient haben jemals
glücklich zu sein, mehr noch verlieren sie den Glauben an das Gute im Leben. Die
eigenen Gedanken behindern uns dann, an unseren neuen Weg zu glauben, eine
Übung auszuführen oder gar einen Therapeutin aufzusuchen, weil es nichts
bringt, es niemals besser wird und man niemals glücklich wird.

Nach meinen eigenen Erfahrungen jedoch kann man diesem Belohnungssystem
von früher, in der heutigen Zeit etwas Positives abgewinnen, wenn man diesen ins
Positive umkehrt. Und Zwar: wenn ich etwas für mich tue, belohne ich mich selbst
und sei es nur mit dem Gefühl mir selber etwas Gutes getan zu haben. Ich
persönliche habe einige Rituale in mein Leben eingebaut. Zu Zeiten wo ich noch
voll erwerbstätig war und einer Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nachging,
nahm ich mir einerseits jeden Tag etwas vor, worauf ich mich freuen konnte (so
fiel mir die Arbeit leichter), andererseits führte ich auch ein Feierabendritual ein.
Auf halber Strecke zwischen Arbeitsplatz und Wohnort gönnte ich mir auf einer
Parkbank sitzend jeden Tag eine kalte Cola oder ein kühles Malzbier und dazu
eine Zigarette.

Des weiteren habe ich es mir angewöhnt, mir selber jeden Morgen beim
Aufstehen selber einen guten Morgen zu wünschen. Dieser Umstand motivierte
mich nachhaltig mit dem richtigen Bein aufzustehen.

Auch wenn ich manchmal einen Rückfall habe, erweist sich mein eigenes
Belohnungssystem für mich als Glücksfall, schaffe ich es doch sowohl bei
schlechter Stimmung gut für mich zu sorgen, als auch mich über die kleinen
Erfolge im Leben zu freuen. Ich lobe mich selbst ohne danach zu stinken.
Und da wir dieses Thema mit einem schlauen Spruch bzw. einer Redensart
eingeleitet haben, möchte ich mit einem weiteren schlauen Spruch dieses Thema
erst mal ad acta legen: „Versuch macht klug“. Versuchen Sie einfach ihr Glück,
sich selbst der Freund zu sein, den sie am meisten brauchen. Versuchen sie sich
selber zu motivieren auch bei Rückfällen und dem Anflug negativer Gedanken mit
Nachsicht zu begegnen. Sie haben es verdient glücklich zu sein und das zu jeder
Tageszeit. Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen beim Ausprobieren.

Text von Leonard Anders
www.leonard-anders.de