Da heute die emotionalen Bedürfnisse und die Sehnsucht nach Liebe in Partnerschaften im Vordergrund stehen, sind die Erwartungen an diese ausgesprochen hoch. Die Menschen heutzutage wissen, dass sie für Ihr Glück selbst verantwortlich sind, trotzdem werden immer noch eine Menge Erwartungen in den Partner oder die Partnerin gesetzt, mit der Hoffnung, dass die Erwartungen erfüllt werden. Enttäuschungen sind so oftmals vorprogrammiert, wir täuschen uns im anderen.

Nur ist es nicht der andere, der uns täuscht, sondern unser Gefühl hat uns getäuscht und das tut weh.

Der Partner wird nun dafür verantwortlich gemacht, wenn man selbst “unglücklich ist”. Menschen auf dem spirituellen Weg wissen, dass Enttäuschungen Hinweise sein können, dass der einstmals eingeschlagene Kurs einer Korrektur bedarf.

Der Partner hat eine Spiegelfunktion. Es gilt herauszufinden, was er einem selbst an eigenen Themen spiegelt.

Es können Kommunikations-, Denk-, Verhaltens-, Gefühlsmuster sein, die umgewandelt bzw. transformiert werden sollen, es ist jedoch auch möglich, dass die Zeit mit dem jeweiligen Partner zu Ende geht. Anteile, die ich in mir unterdrücke, lebt der Partner unter Umständen aus. Auch Werte werden einer Prüfung unterzogen und bedürfen gegebenenfalls einer Korrektur, da die neu gewonnenen Erkenntnisse ins Leben integriert werden wollen. Neben vielen anderen Faktoren, die für eine gelingende Partnerschaft von Bedeutung sind, ist auch eine liebevolle Kommunikation unerlässlich, wenn beide Partner über sich hinauswachsen möchten. Jeder unterstützt den anderen so gut er kann, denn beide solltn die Gewinner in der Partnerschaft sein.

Männer sind anders. Frauen auch. Männer sind vom Mars – Frauen von der Venus, lautet die Metapher von Dr. John Gray, um die Unterschiede zwischen Männern und Frauen aufzuzeigen.

Dass Männer und Frauen gleichwertig sind, bestreitet heute kaum noch jemand ernsthaft. Aber sie sind andersartig. Gegenüber dieser Andersartigkeit sind wir jedoch intolerant geworden.

Da uns die Bedienungsanleitung fehlt, wie wir mit dem anderen umgehen sollen, führt dies zur irrigen Meinung, wir bräuchten dem anderen nur das zu geben was wir selbst wollen, dann wird es schon klappen. Männer und Frauen sprechen jedoch eine unterschiedliche Sprache. Die Verständigung zwischen beiden Geschlechtern klappt nur, wenn sie die Sprache des anderen erlernen, bzw. sich eine gemeinsame Sprachebene schaffen. So können sie die jeweils anderen Bedürfnisse erkennen und erfüllen.

Männer reden etwa 2000 Wörter am Tag, Frauen dagegen 6000. Hier wird deutlich, dass die weibliche Kommunikation viel stärker im gegenseitigen Austausch liegt. Hier liegen sehr unterschiedliche Bedürfnisse auf der Hand, wobei zu berücksichtigen ist, dass viele Frauen heute oft die eher männliche Seite leben und ihre weibliche Seite noch verdrängen, bis sie wieder ins “Licht” gehoben wird. Eine Andersartigkeit ist zum Beispiel, dass Männer und Frauen unterschiedlich mit Stress umgehen. Müde und erschöpft kommt er von der Arbeit nach Hause und möchte sich schweigend entspannen. Er hat ein Ruhebedürfnis und schweigt sich über seinen anstrengenden Tag aus. Es nervt ihn, wenn sie ihn auszuquetschen versucht, um herauszufinden wo die Ursache für seine schlechte Laune liegt. Sie fasst dies als Ablehnung auf und hat Angst, dass er sie als Gesprächspartnerin nicht mehr akzeptiert und fühlt sich nicht mehr geliebt. Bei ihr ist das anders: wenn sie gestresst von der Arbeit nachhause kommt, möchte sie über alles reden, was sie belastet. Sie will alles loswerden – und das sehr emotional. Sie möchte reden und er seine Ruhe. Da ihm jedoch am Herzen liegt, dass es ihr gut geht, gibt er ihr ein paar wohlgemeinte Ratschläge. Doch das ist genau das, was sie nicht möchte. Sie braucht eigentlich nichts anderes als sein Ohr für ihre Probleme. Seine Ratschläge versteht sie als einen Versuch sie abzustellen, sie reagiert mit noch mehr Emotionalität, um ihn dazu zu bringen, ihr zuzuhören. Er versteht absolut nicht, warum sie eigentlich immer noch weiterredet, wo er doch die Lösung für ihre Probleme hätte. Dies ist ein Beispiel für Missverständnisse zwischen Männern und Frauen. Ich empfehle zu dem Thema gelingende Partnerschaft neben vielen anderen guten Büchern das Buch “Männer sind anders. Frauen auch.” einmal zu lesen, so kann sich ein tiefes Verständnis füreinander entwickeln, auf dessen Grundlage Partnerschaften weiterentwickelt werden können.

Das Buch “Mars sucht Venus. Venus sucht Mars” ist für Singles geeignet, die auf der Suche nach Ihrem Seelengefährten sind. Auch für Paare in der Anfangsphase eignet sich diese Lektüre. Hier werden deutlich die Unterschiede klar, wie Männer und Frauen in der Anfangsphase reagieren und was sie erwarten. Verstehen Sie die Inhalte der Bücher nicht als Rezept, sondern als Anregung für Ihre eigene Kreativität.

Frauen möchten oftmals über Gefühle reden, Männer über Fakten. Alle Beteiligten sollten lernen, sich über Gefühle zu unterhalten. Hierbei ist es unbedingt notwendig, über seine eigenen Gefühle zu reden, denn jeder fühlt anders. Auch können sich Gefühle im Laufe der Zeit verändern. Außerdem gibt es Menschen, die in ihrem Leben so verletzt wurden, dass sie scheinbar nichts mehr fühlen. Bei diesen Menschen haben sich extrem viele Schutzschichten über die Seele gelegt, die weitere Verletzungen verhindern. Oft wirken diese Menschen auf andere kalt. Hier setzt ein Selbstschutzmechanismus ein, auch Blockaden genannt, die zwar eine Zeit dienen, jedoch irgendwann wieder aufgelöst werden müssen, wenn der Betreffende in seiner spirituellen Entwicklung voranschreitet.

Wenn sich Menschen in Beziehungen immer näher kommen und die Liebe größer wird, geht der sogenannte Mülleimer auf, die verdrängten seelischen Verletzungen kommen zum Vorschein.

Der Partner wird dafür verantwortlich gemacht. Tatsache ist jedoch, dass im Gespräch oder Streit alte Wunden berührt werden. Im Unterbewusstsein ist die Vergangenheit gespeichert, es gibt eine 10/90-Regel. Zehn Prozent betrifft das aktuelle Thema und neunzig Prozent kommen aus dem Unterbewusstsein, aus der Vergangenheit. Diese alten Verletzungen möchten nun ins Licht gehoben und geheilt werden. Wenn dies nicht geschieht, kommen sie bei einer späteren Gelegenheit wieder mit hoch. Langfristig kann das sehr anstrengend sein. Es gibt heute viele Möglichkeiten, unsere Gefühlswelt wieder heil-werden zu lassen.

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle eine Brieftechnik vorstellen, die Sie recht einfach zu Hause mit wenig oder mehr Zeitaufwand anwenden können. Sie kann sehr hilfreich sein, wenn Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin in ein Streitgespräch verwickelt sind und erkennen, dass es das Beste ist, aus dem verbalen Wortgefecht auszusteigen; denn jeder Streit hinterlässt seine Spuren, außerdem kostet er Energie, die besser zur Lösung eines Konfliktes eingesetzt werden sollte. Aus eigener Erfahrung weiß ich, welche Herausforderung das sein kann.

Diese Form von Gefühls- oder Liebesbrief eignet sich für einige Menschen, um aktuelle Verletzungen zu bearbeiten, jedoch dient sie auch, wenn Ereignisse in der Gegenwart Ihnen zu schaffen machen und Sie an unverarbeitete Gefühle aus der Kindheit und darüber hinaus erinnern.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie können einen Zeitsprung zurück in Ihre Kindheit machen und Ihrer Mutter oder Ihrem Vater einen Brief schreiben, in dem Sie Ihre Gefühle mitteilen und um Hilfe bitten. Sie können die Vorlage nach Ihren Bedürfnissen verändern, auch die Personen, wie z.B. den Partner, die Freundin, den Arbeitskollegen, das Kind, Gott, eine andere höhere Macht, die Engel usw. Sie können auch sich selbst einen Liebesbrief schreiben, um sich zu motivieren, anstatt den Kopf hängen zu lassen und mit sich selbst unzufrieden und deprimiert zu sein.

Auf diese Weise können Sie sich von negativen Empfindungen lösen, die lähmend wirken und alles nur schlimmer machen.

Verfassen Sie dann auch einen kurzen Antwortbrief mit der Antwort, die Sie gerne von dem anderen hören würden. Ob Sie den Brief für sich behalten oder ihn im Anschluss an die betreffende Person weitergeben, bleibt Ihnen überlassen. Oftmals ist es besser, wenn Sie den Brief schreiben, ihn jedoch nicht weitergeben. Mehr zur Liebesbrieftechnik finden Sie in den Büchern von John Gray, unter anderem in “Mars und Venus im siebten Himmel”. Sollte einmal die Zeit knapp sein, so ist es möglich einen Miniliebesbrief zu verfassen; jedoch ist es wichtig, dass alle 5 Gefühlsebenen bis hin zur Liebe berücksichtigt werden. Hier finden Sie Anregungen für so einen Liebesbrief, den Sie beliebig formulieren können, doch bitte darauf achten, dass Sie alle 5 Stufen durch ihre Emotionen hindurch gehen, um am Ende bei der Liebe anzukommen.

Lieber ….. Datum

Ich schreibe Dir heute diesen Brief, um meine Gefühle mitzuteilen.

Ärger, Zorn, Vorwürfe, Groll: ( Ich finde es nicht gut, dass …; Ich habe es satt, dass …; Ich bin sauer, weil, …; Es nervt mich, dass …; Ich bin verärgert, weil …;)

Verletztheit, Trauer: ( Es macht mich traurig, wenn …; Ich habe Angst, dass …; Ich fühle mich verletzt, weil …; Ich bin enttäuscht, weil …; Es tut mir weh, dass …)

Angst, Furcht, Unsicherheit: (Ich habe Angst, dass …; Ich will nicht, dass …; Ich fürchte, dass …; Ich schäme mich, weil …; Es tut mir leid, dass …)

Reue, Schuldgefühle, Verantwortung: (Es tut mir leid, …; Ich schäme mich, weil …; Bitte verzeih mir, dass …; Es ist mir peinlich, dass …; Ich wollte, dass …)

Liebe, Nachsicht, Verständnis, Wünsche: (Ich verstehe, dass …; Ich verzeihe, dass …; Ich liebe …; Ich helfe Die zu bekommen, was Du haben möchtest; Vielen Dank, dass …)

Die Antwort

Lieber ….. Datum

Vielen Dank für …; Ich habe Verständnis, dass …; Ich bedaure, dass …; Du verdienst, dass …; Ich möchte gern, dass …; Ich mag an Dir besonders, dass …; Ich liebe Dich;

Dein(e) …..

Quelle: Marita Parys, Sozialtherapeutin und
Mars Venus Kommunikationstrainerin