Nach der Trennung von meinem Mann, hatten wir uns geeinigt, dass unsere drei gemeinsamen
Kinder bei mir leben sollten. Der Umzug verlief relativ reibungslos. Die Kinder waren wie verein-
bart unter der Woche bei mir und an alle zwei Wochen am Wochenende beim Vater.
Für diesen, war es dann auf einmal zu wenig und ich gab ihm die Möglichkeit die Kinder zusätzlich mittwochs zu sehen. Beim ersten Mal lief alles super. Die Kinder freuten sich, ihren Papa auch mal unter der Woche zu sehen. Er hielt sich an die abgesprochenen Zeiten. Somit war es kein Problem
für mich dies weiter so zu akzeptieren.

Dies wurde mir zum Verhängnis und zum tragischsten, traurigsten Tag in meinem Leben
Meine Kinder fuhren mittwochs nach der Schule, wie besprochen, zu ihrem Vater mit dem Bus.
Es war im Oktober an einem verregneten Mittwochnachmittag. Ich hatte mich entschlossen zu arbeiten. Nach einem Coaching mit einer Klientin nahm ich mein Handy in die Hand. Schon
beim Entsperren hatte ich ein komisches Gefühl in der Magengegend. Sie haben eine neue
Nachricht  stand am Display: „ Die Kinder schlafen heute bei mir!“
Ich kochte vor Wut, weil ich nicht mal gefragt wurde! Kling Kling – hörte ich und meine
nächste Kundin stand in der Tür. Mit einer kurzen Achtsamkeitsübung holte ich mich zurück
ins Hier und Jetzt und arbeitete weiter.
Danach fuhr ich nach Hause, wie immer dankbar und glücklich für das Vertrauen meiner
Klientinnen, dass sie mir entgegen gebracht hatten.

Es war bereits dunkel, ich schloss meine Wohnungstür auf, ging ins Bad um mir meine Hände
zu waschen. Beim rausgehen, viel mein Blick in das Zimmer meines Sohnes, dessen Tür halb
offen stand. Wieder war dieses Gefühl da, das mir sagte, irgendwas stimmt nicht! Ich öffnete
die Tür schaltete das Licht an! Und traute meinen Augen nicht, das Zimmer war leer, nur noch
die Möbel standen einsam da! In Panik rannte ich in die Treppe hoch in das Zimmer meiner
Töchter, riss die Tür auf und wieder traf mich der gleiche Anblick! Öffnete ihren Kleiderschrank,
der nächste Schock! LEERE! Alles war weg, Schulsachen, Kleidung, Kuscheltiere, einfach alles! Ohnmächtig wankte ich die Treppe nach unten, Tränen liefen mit über mein Gesicht, es war als
würde mir jemand einen Teil meines Herzens aus meinem Körper reißen! Mein Körper zitterte,
meine Hand drückte gegen mein Herz um den Schmerz zu stillen, doch es war hoffnungslos. Ich stürzte zu Boden, vor Wut schlug mit der Hand unendliche Male auf den Parkett! Alles dreht sich,
es war wie im Psychothriller, ich wollte es und konnte es nicht glauben!

Verzweifelt fuhr mich eine Freundin zur Polizei. Diese unternahmen nichts! Ich höre heute noch
die Worte: „Sie haben beide Sorgerecht! Ihre Kinder sind beim Vater! Was wollen Sie, fahren sie
nach Hause!“

Als ich wieder zu hause war übermannte mich die Angst, er könnte wieder kommen, er hatte ja
immer noch den Schlüssel meines Sohnes. Ich verschanzte mich in meiner Wohnung. Es kam
die Angst vor Gewalt dazu, dabei kannte ich nur seelische Gewalt, was wenn jetzt noch mehr
passiert? An Schlafen war nicht zu denken, ein Heulflash jagte den nächsten.

Mit meiner letzten Kraft schleppte ich mich zum Anwalt, ging vor Gericht, kämpfte wie eine
Löwin um meine Kinder. Die Richterin regelte das Umgangsrecht. Meine Kinder entschieden
sich beim Vater zu leben. Es war wie ein böser Traum, der nicht enden wollte! Im Beschluss
stand ich sehe sie nur noch alle 2 Wochen an den Wochenenden und Montag und Dienstag
nach der Schule!

Und dann kam es noch schlimmer, er hetzte sie mehr und mehr gegen mich auf! Bezeichnete
mich, vor Ihren Beisammensein, als „Hure und Schlampe“! Er ließ seinen Hass und seinem
Unmut freien Lauf – zu Lasten der Kinder und mir!
Keine Ahnung was er ihnen noch erzählte. Es war ein ständiges hin und her. Irgendwann brachen meine beiden großen Kinder nach und nach den Kontakt komplett ab. Meine Tochter blockierte
und warf mir noch die schlimmsten Vorwürfe um die Ohren. Mein Sohn zog sich zurück.
Ich konnte ihnen nichts mehr recht machen. Jede Nacht weinte ich in mein Kissen, Verzweiflung, Verlustängste und ständige Warum fragen ließen mich nicht mehr schlafen. Mit was für einem
Mann hatte ich da Kinder in die Welt gesetzt? Wie konnte er das den Kindern und mir antun!
Durch seinen Hass beschuldigte ich ihn mehr und mehr!

Wie oft wünschte ich mir, früh aufzuwachen, und meine Kinder bei mir zu haben!
Nach einer Zeit machte ich mir selbst ständig Vorwürfe. Die Spirale der Schulgefühle hatte
begonnen mein Leben einzunehmen und zog mich immer tiefer und tiefer nach unten. Gedanken
wie, „das passiert einer guten Mutter nicht!““ Ich habe doch alles für meine Kinder gemacht, oder
was habe ich nur falsch gemacht?““ Auf so viel verzichtete ich, war Zuhause geblieben um Zeit
für sie zu haben, arbeitet im Homeoffice. Fragen „wie stehe ich vor anderen da“ Schamgefühle
trieben mich schier in den Wahnsinn. Lügen waren mein einziger Ausweg um irgendwie mit der verheerenden Situation klar zu kommen.

Was mir blieb, war meine kleine Tochter. Sie pochte auf ihr Recht und ist weiterhin, wie im Umgangsrecht besprochen bei mir.

Text von Elke Weber
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