Die schizotypische (oder schizotype) Persönlichkeitsstörung wird charakterisiert durch folgendes

Beschwerdebild
Eigentümlichkeiten des Denkens, der äußeren Erscheinung und des Verhaltens sowie Defizite in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Dabei fallen enge Verbindungen mit den schizophrenen Psychosen auf, und zwar sowohl im Erscheinungsbild als auch in der erblichen Belastung. Dies hat sich durch verschiedene Adoptionsstudien bestätigt, in denen Geschwisterpaare vom Schicksal getrennt wurden, wobei die einen bei den schizophren belasteten Eltern blieben, die anderen in gesunden Familien aufwuchsen – und trotzdem vom gleichen Leiden, zumindest aber von einer schizotypischen (schizotypen) Persönlichkeitsstörung eingeholt wurden. Enge Beziehungen und damit auch diagnostische Überlappungen gibt es auch bzw. vor allem mit der so genannten Borderline-Persönlichkeit (siehe diese).

Behandlung
Ähnlich wie bei der paranoiden und schizoiden Persönlichkeitsstörung geht es auch hier erst einmal um den vorsichtigen Aufbau einer tragfähigen Beziehung. Und das ist in diesem Fall besonders schwierig, denn die schizotypischen Persönlichkeitsstörungen weisen den stärksten Beeinträchtigungsgrad auf, vor allem im zwischenmenschlichen Bereich. Dabei ist vor allem die ausgeprägte Angst vor Nähe und Bindung zu berücksichtigen. So kann die Therapeut-Patient-Beziehung nur langsam intensiviert und der Kontakt nur allmählich enger werden. Vor allem muss der behandelnde Arzt oder Psychologe die an sich “befremdlichen” Gefühle und Reaktionen des Patienten verstehen lernen und ihm dabei helfen, diese in wachsendem Maße wahrzunehmen und vor allem darüber zu sprechen.

Wenn in dieser Beziehung schließlich ein gewisses Vertrauen entstanden ist, kann man das Gespräch auf die Beziehungen zu anderen Menschen erweitern. Denn darum geht es schlussendlich: Der Kontakt zum Therapeuten ist zeitlich begrenzt, doch der zur Umwelt eine “Aufgabe für den Rest des Lebens”.

Medikamentös sind vor allem antipsychotisch wirksame Neuroleptika gefragt. In Einzelfällen wird man auch auf bestimmte Antidepressiva (trizyklische, MAO-Hemmer und SSRI-Antidepressiva) zurückgreifen, vor allem wenn sich die Unfähigkeit, Freude zu empfinden (Fachbegriff: Anhedonie), das Fehlen von Vergnügen in Situationen, die normalerweise mit Lustgefühlen verbunden sind sowie Antriebsmangel und Rückzugsgefahr nicht anders in den Griff bekommen lassen. Allerdings wird man gerade in dieser Hinsicht auf überschießende Reaktionen achten müssen (Fachbegriff: zu ausgeprägte dynamische Aktivierung), d. h. früher zu wenig, plötzlich aber medikamentös stimuliert zu viel Kontaktwünsche. Denn gerade das müsste das nähere Umfeld besonders irritieren, weil der Patient bisher als eigentlich distanziert und zurückgezogen empfunden wurde.

Verhaltenstherapeutisch geht es bei den schizotypischen Persönlichkeitsstörungen vor allem um das Training der sozialen Fertigkeiten (wie komme ich mit dem Alltag und seinen “banalen” Anforderungen zurecht) und die Verbesserung der kognitiven (geistigen) Leistungsfähigkeit. Nicht zu vernachlässigen ist auch das Training zur Bewältigung furchtsamer (Rückzugs-)Reaktionen im zwischenmenschlichen Bereich von Familie, Nachbarschaft, Beruf u.a.

Quelle: http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/persoenlichkeit.html