Wie der Dialog zum inneren Kind funktioniert ohne dass man resigniert
Ich muss hier anhalten, wegen Selbstüberforderung!!

So fühlt es sich grad an.. Ich fühle mich zerrissen.
Sehe viele Wege, doch bewege mich nicht, weil ich mich selbst ablenke, weil ich manchmal doch nur ein Mensch bin, der Verletzung hat. Eine neue Aufgabe steht vor mir, die mich wieder einmal fragt wer oder was bin ich eigentlich.

Heute mach ich mich zum Opfer, doch nicht von Anderen, sondern von mir selbst.
Ich möchte zu viel, doch dreh mich im Kreis..
Selbstliebe – manchmal fehlt sie einfach….
(Maria Koe)

Es passiert soviel Scheiße im Leben. Es ist aber nur so scheiße, wie wir es
bewerten oder um bei mir zu bleiben: Es ist nur so scheiße, wie ich es bewerte!
Ich fühle mich öfters hilflos. Ich bin hilflos gegenüber dem Leid anderer und wenn
ich mich nicht davon distanziere leide ich genauso. Und dann passiert es, dass
mein „Gutmensch“ in mir erwacht. Ich will Gutes tun, denn ich meine es gut. Ich
will anderen helfen und glaube die Lösung zu kennen. Statt diese aber bei mir
selbst anzuwenden, drücke ich sie dem Außen auf. Ich will ja nur helfen. Und wer
meine Hilfe nicht annehmen kann, den bezeichne ich als verblendet. Bin ich dann
aber noch wirklich ein guter Mensch? Oder bin ich dann nicht gerade egozentriert
unterwegs, also in meinem Ego, was die Bestätigung sucht, als guter Mensch, der
anderen hilft, wahrgenommen zu werden?

Ich weiß, dass es vielen von Ihnen genauso geht. Sie leiden. Und Sie fühlen sich
hilflos. Statt sich aber dem inneren Kind zuzuwenden, und sich somit Selbst etwas
Gutes zu tun, gehen Sie ins Außen, in erster Linie um sich abzulenken (In dem
Moment erscheint uns alles hilfreich, was dafür sorgt nicht an den Schmerz zu
denken oder gar ins Fühlen zu kommen). Sehen Sie dann einen anderen
Leidenden lenkt Sie das von ihrem eigenen Leid ab und sie fühlen sich dann
berufen, dem anderen zu helfen. Dass dieser andere aber womöglich im selben
Modus unterwegs ist, das wird gerne übersehen. Es wird sogar als Angriff
gesehen, wenn der andere das Gute, was wir ihm in unserem Gutmensch- Sein
übergeben wollen, nicht annehmen kann oder es gerade zu abwehrt. Und wir sind
dann verwundert, dass er uns oft den gleichen Tipp geben will, wie wir ihm.
Bekommen wir aber die Bestätigung ein guter Mensch zu sein, weil unsere Hilfe
als hilfreich eingestuft wurde oder sich tausende von Menschen in dem was wir
tun oder von uns geben (verbal, nonverbal, schriftlich) wiederfinden, dann fühlen
wir uns wertvoll. Dies hält aber nur solange an, solange uns das so bestätigt wird.
In dem Fall wo uns diese Bestätigung (im Außen) entzogen wird, sind wir
einerseits wieder mit unserem Leid allein, andererseits fühlen wir uns von den
anderen nicht gesehen, also vollkommen wertlos.

Dazu kommt die Ablehnungsangst, also die Angst davor verlassen zu werden
wenn wir uns offenbaren, also zu unserem Leid stehen. Wir haben Angst unserem
Umfeld nicht zu genügen. Wir haben Angst uns selbst nicht auszureichen. Und wir
haben Angst im Stich gelassen zu werden- von den anderen. Auch wollen wir
niemandem zur Last fallen. Also schlucken wir unsere Probleme runter. Die
anderen sind wichtiger. Und das innere Kind sitzt im Gefängnis. Es darf nicht raus.
Es hat Stubenarrest. Es bleibt unbeachtet. Die anderen sind ja wichtiger, als wir
selbst. (Vorsicht: emotionale Abhängigkeit)

SO denken manche von uns. (Vielleicht sogar SIE) Ist das nicht traurig?

Text von Leonard Anders
www.leonard-anders.de