Wichtiger Hinweis: Diese Schritte sind als ERSTE Schritte gemeint, nicht als Therapieprogramm oder als komplettes Programm. Sie dienen in erster Linie als mögliche Hilfe zum Erreichen einer Mindeststabilität, aus der dann alles Weitere folgen kann!

1.
Ich habe eingesehen, dass meine Persönlichkeitsstörung mich selbst und andere und die Beziehungen mit ihnen belastet und letztendlich zerstört. Ich möchte, soweit das möglich ist, stabil werden.

2.
Ich verstehe, dass ich alleine die Stabilisierung nicht erreichen kann. Zahllose vergebliche Versuche und Rückfälle haben mich zu dieser Erkenntnis geführt.

3.
Ich fasse den Entschluss, diesen Weg der Stabilisierung zum Teil durch eigenes Bemühen, zum Teil aber auch mit Hilfe der Menschen, die ich liebe und respektiere, und auch mit Hilfe von Psychotherapie zu gehen.

4.
Teil dieses Weges ist die schonungslose Offenlegung meines Lebens und meines Umgangs mit meiner Störung mir selbst gegenüber und danach MINDESTENS einem anderen Menschen gegenüber. Dieser Mensch kann ein Freund/eine Freundin oder auch jeder andere Mensch sein, von dem ich erwarte und erhoffe, dass er mein Vertrauen nicht missbraucht. So kann das z.B. auch ein Psychotherapeut sein, wobei ich mir selbst verspreche, so offen und ehrlich wie möglich zu sein.

5.
Inhalt dieser Offenlegung ist auch der Versuch, zu erkennen, wo und wie und wen ich durch mein Verhalten verletzt und geschädigt habe. Wo immer das nötig ist, werde ich mich entschuldigen und versuchen, Wiedergutmachung zu leisten, vor allem, indem ich mein Verhalten ändere.

6:
Der wichtigste Teil des Weges ist es eben, mein Verhalten immer wieder von mir selbst, von Freunden oder einem Therapeuten hinterfragen zu lassen. Eine Persönlichkeitsstörung (zumindest die sogenannten Frühstörungen) ist schwer heilbar, aber durch (Selbst-)Reflektion und -Kontrolle durchaus in den Griff zu bekommen. Das erfordert aber insbesondere in Krisen- und Konfliktsituationen lebenslange Achtsamkeit.

7.
Hierbei hilft uns der respektvolle Austausch mit Menschen. Sowohl Menschen, die an derselben Störung leiden wie wir, als auch mit Menschen, deren Partner/Familienangehörige/Freunde von dieser Störung betroffen sind.

 

Erarbeitet von einer Arbeitsgruppe von Betroffenen und Angehörigen von Betroffenen