Was im ersten Moment wie ein Widerspruch klingt, hat wenn man genau darüber nachdenkt seine absolute Berechtigung. Nur mit geschlossenen Augen sind sie in der Lage achtsam zu meditieren. Nur mit geschlossenen Augen sind sie in der Lage, den Fokus auf ihr inneres zu lenken und das Außen auszublenden. Mit geschlossenen Augen fällt es Ihnen leichter in sich hinein zu horchen und dem eigenen Atem zu lauschen. Sie werden feststellen, dass mit der Zeit eine große Ruhe und Gelassenheit eintritt, die sie langfristig zufriedener und ausgeglichener werden lässt. Denn darum geht es bei der achtsamen Meditation. Das Ziel ist dabei, (wieder) mit sich in Kontakt zu kommen und tiefes Mitgefühl für sich selbst zu entwickeln. Schnell kann man den Kontakt zu sich selbst verlieren, wenn man sich vom Alltag treiben lässt und sich dem hektischen Treiben der Meute anpasst. Manch einer wird sich gar untreu und schwimmt mit dem Strom der anderen, statt sich selbst zu trauen. Dadurch geraten sie in Gefahr sich von ihrem Umfeld abhängig zu machen und den Zugang zu den eigenen Gefühlen zu verlieren. Sie fühlen dann nicht mehr das, was sie wirklich fühlen, sondern sie lassen sich von den Gefühlen und Handlungen anderer dazu verleiten abzudriften, von dem Weg, für den sie sich einmal entschieden hatten, nämlich ihrem Eigenen.

Achtsam zu sein heißt, zu beobachten, ohne gleich zu handeln. Ebenso heißt es, bei sich bleiben ohne sich oder andere für irgendwas zu kritisieren. Wenn dicke Luft herrscht und sich ein (vermeintlich reinigendes) Unwetter ankündigt, lernen wir dies auszuhalten ohne es zu persönlich zu nehmen. Wir strahlen eine gewisse Selbstsicherheit aus, welche uns ermöglicht unsere aufkommenden Gefühle selbst zu regulieren, ohne dabei unseren Autopiloten zu aktivieren. Wir lassen unsere negativen Gedanken wie schwarze Wolken mit wohlwollendem Interesse an uns vorüber ziehen. Statt wie üblich in solchen Momenten automatisch zu reagieren, haben wir nun die Möglichkeit anders zu agieren, uns also für das Gegenteil und somit das Richtige zu entscheiden. Auf diese Art und Weise gelingt es uns, verantwortlich mit uns selbst umzugehen und das Leben in die eigene Hand zu nehmen. Niemand außer uns entscheidet, wie wir mit negativer Energie umgehen. Wir haben stets die Wahl es geschehen zu lassen, wofür wir uns am Ende womöglich selber hassen oder diese Energie wertfrei zu bündeln und sie ins positive umzukehren.

Ich habe es ausprobiert. Ich habe beim letzten aufkommenden Stress, der in meinen Gedanken einen Orkan versuchte auszulösen, einfach die Augen zu und mich gerade gemacht und geatmet. Erst ganz bewusst tief eingeatmet, drei Sekunden gewartet und dann wieder bewusst ausgeatmet. Nach einigen solcher tiefen Atemzüge, lösten sich die TRIGGER und es gelang mir zu entspannen. Ich kann Ihnen nur empfehlen, es selber mal zu versuchen, denn nur Versuch macht klug.

In Kürze:

Wer achtsam mit sich selbst ist, verkürzt die Leidenszeiten und kann Mitgefühl für sich selbst entwickeln. Wer achtsam ein und aus atmet, ist in der Lage negative Energie umzuwandeln. Achtsamkeit ist ein probates Mittel um Trigger zu lösen und danach zu entspannen. Wer achtsam mit sich selbst ist, hat Kontakt mit sich selbst und seinem inneren Kind.

Die Übung selbst:

Setzen sie sich auf einen Stuhl oder auch gerne auf den Boden. Strecken sie sich und halten sie den Rücken gerade.

Dann schließen sie die Augen und atmen tief ein, warten kurz und atmen dann wieder aus.

Das ganze kann man variieren, indem man die Lippen spitzt, in die Füße, den Rücken oder das Zwerchfell atmet. Diese Übung eignet sich auch als vertrauensbildende Partnerübung.

Text von Leonard Anders