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21

Freitag, 23. Dezember 2011, 14:08

Da Du selbst Dinge anders machen kannst, wirst Du meiner Meinung nach aus Deinem Schlamassel herauskommen, toi toi toi.
Hallo iadi! Danke für die deine Aufmunterung... Ich hab mit Sicherheit dazugelernt die letzten Jahre....vorallem dass Konflikte/Kritik und kein Lob jetzt Bestandteil des Lebens sind... Auch wenn nur ganz langsam....aber so läuft das halt!
Aber nochmal die Frage an alle: Also in meinen Aushilfsjjobs hab ich nie Lob / Anerkennung bekommen mit Worten, wenn dann Kritik, oder gar nichts. (Gar keine Reaktion hiess dann: Du machst alles richtig) .
Aber auch gesehen dass andere auch nicht mehr kriegen. Ist das normal? Wo gibts bei euch mal Anerkennung / lob?
Underarchiver.
Was ist das, humanistin? Hat dein Sohn auch so ne Rolle angenommen? Hast du eigtl ihm auch eingetrichtert, wie besonders toll, schlau, kreativ er ist? Also diese Bewunderung?
Ansonsten erst mal einen Abschluss hinkriegen und danach Quereinsteiger....
Wenn das alles im Augenblick nicht möglich ist, vl. eine knallharte Eigenerziehung. Habe schon mal gehört, dass so was auf einem Schiff,
oder Berg möglich ist. Man kann da einfach nicht ausbüchsen.
"Sehr schwieriges Thema, mit meiner beruflichen Zukunft. Die Angst vorm Scheitern und Kritik ist so groß, daß ich seit 10 Jahren mir nicht mal trau, ein Praktikum als Programmierer zu machen. Obwohl ichs mir sehnlichst wünsche, weil ich so ne Struktur brauche. Vorm Studium bin ich immer zu 90% geflüchtet in meine Traumwelten....weil ich es DARF. Es gibt keine Konsequenzen. In der Firma gäbs sofortige Konsequenzen.
Und obs das richtige ist: Das ist ein Zwiespalt: Einserseits hab ich völlig das logische Denken fürs Programmieren (hat mir auch schon mal ein Prof bestätigt) und es macht mir Spaß, andererseits halt ich das ständige Scheitern und den Kampf beim Programmieren kaum aus (jede 2.Zeile Code ein Fehler, dann Fehlersuche = persönliche Kränkung / ich muss meine eigenen Fehler ausbessern). Eine Berufsberaterin v d Diakonie hat mal gesagt: Programmieren und Narzissmus (also Perfektion), das passt ja überhaupt nicht zusammen. :D

Das mit Schiff oder Berg hört sich SEHR interessant an.. Klingt nach der Umkehr meiner Kindheit... oder freiwilliges Jahr aufm Bauernhof mit Pferden hat ein Bekannter gemacht,was ihm wohl sehr viel gebracht hat... Kannst du mir per PN mal nen Link zu sowas geben?

22

Freitag, 23. Dezember 2011, 14:27

Und es gibt noch einen Zwiespalt: Alles was einfacher ist wäre aud Dauer ne Kränkung für mich (zb die Kundenbetreuung wo ich war), aber andererseits halt ich eben den Schwierigkeitsgrad i d Informatik kaum aus und bleib lieber in meinen (intellektuell höchst anspruchsvollen) Gedankentraumwelten (Wenn ich über mich und meine Vergangenheit nachdenke, bin ich der beste, weil ich ja schon alles weiss. Hier ist der Wunsch meines Vaters erfüllt - völlig krank aber auch irgendwo logisch 8) )
Na ja, zumindest hab ich die Hilfsjobs gemacht, sogar als Postbote (wie primitiv), und mich dabei eigtl net minderwertig gefühlt... Solange es nicht auf Dauer ist halt...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »porceleiner« (23. Dezember 2011, 14:40)


23

Freitag, 23. Dezember 2011, 17:26

Hi Porceleiner,

wir kennen uns auch noch nicht, welcome back! :) Oder bist Du jetzt wie angekündigt schon wieder auf dem Sprung?

Hab mal in die Rezension des von Dir empfohlenen Buches reingelesen und möchte Dir noch ein weiteres empfehlen:

Die Kunst erwachsen zu sein

Viele Grüße, Skadi
"Und dann kam der Tag, an dem es mir größere Schmerzen bereitete, eine verschlossene Knospe zu bleiben, als zu wagen, mich zur vollen Blüte zu öffnen." Anaïs Nin

24

Freitag, 23. Dezember 2011, 17:43

Hi Skadi :) Nein es hat sich ja dann doch noch einiges getan. Nehm den Sprung zurück!
Danke für den Tip, ist wohl ein Teil "Wenn Eltern ihr Kind idealisieren", seh ich grad.
Er bietet als Ansatz eine Familienaufstellung an... Ich weiss aber eh schon alles über meine Eltern (Psychoanalyse), was würde da sowas noch bringen?

25

Freitag, 23. Dezember 2011, 18:25

Hi Porceleiner,

Nein es hat sich ja dann doch noch einiges getan. Nehm den Sprung zurück!


Na, das freut mich jetzt aber sehr!

Er bietet als Ansatz eine Familienaufstellung an... Ich weiss aber eh schon alles über meine Eltern (Psychoanalyse), was würde da sowas noch bringen?


Dazu lasse ich den Autor einfach mal selber sprechen. Ich habe leider noch überhaupt keine Erfahrung mit Aufstellungen, würde das aber gerne mal ausprobieren. Muss mich mal erkundigen, wo es hier in der Gegend gute Leute gibt, die das kompetent begleiten und auffangen können...

http://www.vchu.de/angebote/familienstellen/
"Und dann kam der Tag, an dem es mir größere Schmerzen bereitete, eine verschlossene Knospe zu bleiben, als zu wagen, mich zur vollen Blüte zu öffnen." Anaïs Nin

26

Freitag, 23. Dezember 2011, 18:29

Hallo Porceleiner,

das war auch mal mein Wunsch, Programmierer zu werden. Allerdings hatte ich damals den Grund dafür, wie schwach ich eigentlich war und wie sehr ich kompensierte, noch nicht erkannt. In der Ausbildung wurden Leute gesucht, so 10 von 300, die machten den Auswahltest von Siemens und wurden dann Programmierer, aber da kam ich nicht in die engere Auswahl.

Zum Glück, denke ich jetzt.

Ich habe mal gelesen, dass ein Programmierer durchschittlich am Tag drei Zeilen schreibt, der Rest geht offenbar für Begleitarbeiten drauf.

Aus meiner Hilfsarbeiterzeit weiß ich, dass der Neid relativ einfach aussieht. Es geht nur darum, die eigene Stelle zu behalten und dafür zu sorgen, dass ein anderer fliegt, wenn's der Firma schlecht geht. Gelobt wird da, allerdings nur das Team, wenn es läuft. Würde man einen einzelnen loben, wäre der über kurz oder lang scharf auf den Vorarbeiterposten und die ganze Truppe wäre ständig am streiten.

Momentan bin ich vor der unteren Führungseben, habe aber klar zu erkennen gegeben, dass ich keinen solchen Posten annehmen werde - man glaubt nicht, wie sehr das den Umgang mit den anderen, die sich noch Hoffnungen machen, erleichtert. Bei den Programmierern ist das , glaube ich, nicht so.

Die kriegen das Programm zu schreiben, unterteilen das in Unterprogramme, und gut ist, wer sein Teilprogramm schnell und fehlerfrei hinbekommt, und den letzten beissen die Hunde. Diejenigen, die diese Rolle nicht einnehmen, haben überhaupt keinen Anhaltspunkt, wo sie in den Augen ihres Chefs stehen und haben daher untereinander wahrscheinlich ein Verhältnis wie Hund und Katz. Aber das ist nur meine Sicht von außen, aber vielleicht meldet sich ja ein Insider.

Mfg

iadi

27

Freitag, 23. Dezember 2011, 18:50

Na, das freut mich jetzt aber sehr!

Zitat von »porceleiner«
Er bietet als Ansatz eine Familienaufstellung an... Ich weiss aber eh schon alles über meine Eltern (Psychoanalyse), was würde da sowas noch bringen?

Dazu lasse ich den Autor einfach mal selber sprechen. Ich habe leider noch überhaupt keine Erfahrung mit Aufstellungen, würde das aber gerne mal ausprobieren. Muss mich mal erkundigen, wo es hier in der Gegend gute Leute gibt, die das kompetent begleiten und auffangen können...

http://www.vchu.de/angebote/familienstellen/
Wieso freut dich das gleich so ? :)
Ja, Familienaufstellung. Die Vorstellung, dass sich mit völlig unbekannten Leuten die Situation der Familie damals einfach ergibt, klingt sehr spannend und hat schon was magisches, weil die kennen meine Familie ja gar nicht...
Allein deswwegen würd ichs auch mal ausprobieren wollen....
Aber dass sich da dann mords was verändern kann in einem selbst, das glaub ich nicht. An soviel Zauberei glaub ich dann doch nicht. Zumindest bei mir nicht.
das war auch mal mein Wunsch, Programmierer zu werden. Allerdings hatte ich damals den Grund dafür, wie schwach ich eigentlich war und wie sehr ich kompensierte, noch nicht erkannt
Interessant, erklär mal! Was hat das kompensieren mit Programmierren zu tun?
Die kriegen das Programm zu schreiben, unterteilen das in Unterprogramme, und gut ist, wer sein Teilprogramm schnell und fehlerfrei hinbekommt, und den letzten beissen die Hunde. Diejenigen, die diese Rolle nicht einnehmen, haben überhaupt keinen Anhaltspunkt, wo sie in den Augen ihres Chefs stehen und haben daher untereinander wahrscheinlich ein Verhältnis wie Hund und Katz. Aber das ist nur meine Sicht von außen, aber vielleicht meldet sich ja ein Insider.
Klingt sehr ernüchternd, was du da schreibst. Böse Realität halt, gell, wie überall...
Aber soweit bin ich noch gar nicht... Im Studium macht man ja nur seine Übungen, alleine für sich selbst....
Aber ich denke dass es da schon Unterschiede in Firmen gibt... vom Klima, aber kA.

Und eigtl sind wir hier vom Thema abgekommen, mit dieser Informatikgeschichte!
Will wieder zurück,....werd dann mal wieder n Anfang machen....

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »porceleiner« (23. Dezember 2011, 19:00)


28

Freitag, 23. Dezember 2011, 19:30

Wieso freut dich das gleich so ? :)


Hab den Zwinkersmiley vergessen. ;) Beim Lesen dieses threads und Deinem sofort wieder angekündigten Rückzug hab ich erst gedacht: Was ist denn das hier für eine beleidigte-Leberwurst-Nummer? Der Typ hat ja wohl gaaaarnix gelernt. :rolleyes: Ich hab mich gefreut, dass trotz dieser Nummer einige user darauf nicht eingestiegen sondern auf Dich eingegangen sind (weil die offenbar was gelernt haben...) Ging also gar nicht so sehr um Dein Bleiben eigentlich, hab mich da unklar ausgedrückt bzw ich merke das gerade erst. Obwohl ich mich natürlich trotzdem immer über Leute freue, von denen konstruktiver Input für dieses Forum kommt... ok? :)


Ja, Familienaufstellung. Die Vorstellung, dass sich mit völlig unbekannten Leuten die Situation der Familie damals einfach ergibt, klingt sehr spannend und hat schon was magisches, weil die kennen meine Familie ja gar nicht...
Allein deswwegen würd ichs auch mal ausprobieren wollen....
Aber dass sich da dann mords was verändern kann in einem selbst, das glaub ich nicht. An soviel Zauberei glaub ich dann doch nicht. Zumindest bei mir nicht.


Ich habe im Zuge meiner beruflichen Ausbildung mal an einer Skulptur-Aufstellung teilgenommen bzw mitgewirkt. Es waren sicher 15 Leute beteiligt und das war unglaublich faszinierend, was dabei rauskam und auch wie ich mich in meiner Rolle gefühlt habe, ich kannte die Person ja noch nichtmal. Der Kollegin, die den "Fall" aufgestellt hat, hat das unglaublich viel gebracht. Deswegen: wenn ich mal so weit bin, den richtigen Ort gefunden habe und ein konkretes Thema, das ich ergründen möchte, dann werde ich das sicher mal angehen. Im Moment bin ich mit Analyse 3x die Woche völlig ausgelastet, ich muss da keine Nebenschauplätze eröffnen... Aber vielleicht gehe ich mal als Zuschauerin oder Mitwirkende hin, noch nicht als Aufstellende.

PS: Habe gerade gesehen, dass ich weiter oben geschrieben habe, dass ich überhaupt keine Erfahrung mit dem Thema Aufstellungen habe...damit meinte ich Familienaufstellungen...
"Und dann kam der Tag, an dem es mir größere Schmerzen bereitete, eine verschlossene Knospe zu bleiben, als zu wagen, mich zur vollen Blüte zu öffnen." Anaïs Nin

29

Freitag, 23. Dezember 2011, 21:03

Was ist denn das hier für eine beleidigte-Leberwurst-Nummer?
Na ja, aber auch mit selbstkritischem Hinterfragen meiner Erwartungen, also auch mit ;)
Mich freuts jetz auch, wie s hier auf einmal abgeht...

Der Kollegin, die den "Fall" aufgestellt hat, hat das unglaublich viel gebracht.

Ah, also doch...

Doch ich muss jetz hier wie gesagt Struktur schaffen und zurück zum eigtl Thema kommen...zum Buch

"Wenn Eltern es zu gut meinen"
Ich will noch einige inspirierende Textpassagen zitieren (darf ich das hier im Forum?)

Das Original heisst übrigens "The Self-Esteem Trap" (Die Selbstwertfalle): Raising Confident and Compassionate Kids in an Age of Self-Importance" und mit dem Thema ist die Frau immer noch auf Vorträgen unterwegs...
http://young-eisendrath.com/index.php

Noch ein Klappentext:
"Nichts ist heute gewöhnlicher als der Anspruch, etwas ganz Besonderes zu sein. Die 68er Generation hat Selbstbezogenheit und andauernde Selbsterforschung zur politisch korrekten Halutung erklärt.
Das schärfer werdende Klima unserer Zeit fördert Konkurrenzdenken und das Gefühl, nur durch exzellente Leistungen überleben zu können.
Diese beiden Einflüsse erzeugen in Kindern ein schädliches Gefühlsgemisch aus Selbstüberschätzung, Anspruchsdenken und Versagensängsten."
.......weiter im Text.....
"Kinder der Generation Ich haben vor allem zu hören bekommen, dass sie einzigartige Individuen sind und Begabungen und Stärken besitzen, die nur ihnen eigen sind:
Sie sind "besonders". Menschen ihrer Generation haben jedoch oft den Eindruck, dass die "Chancen", die ihnen angeblich offenstehen, in Wirklichkeit Forderungen sind, aussergewöhnlich kreativ und erfolgreich zu sein.
Während es bei oberflächlicher Betrachtung den Anschein haben, kann, dass größere Chancen und Vorteile sich automatisch in höherem Selbstvertrauen und größerer Autonomie niederschlagen müssten, erweist sich traurigerweise oft das Gegenteil als wahr. Problematisch an der Besonderheit ist, dass sie ein Steckenbleiben in der Selbstwertfalle fördert: eine übermässige Befangenheit, Isolation und erbarmungslose Selbstkritik.
Die beunruhigenden Auswirkungen dieser Falle sind das Auftreten von Depression und Ängstlichkeit, wenn man nicht imstande ist, "den eigenen Traum zu leben".

Weiteres folgt....

30

Freitag, 23. Dezember 2011, 21:26

Ach ja - darf ich das Buch unter die Buchtips reinstellen? Oder macht das jmd anderes?

Die Buchempfehlungen bei amazon betreuen wir vom Moderationsteam. Deinen Tipp haben wir schon vorgemerkt und werden ihn wohl in nächster Zeit mit in die Sammlung aufnehmen.

Ich will noch einige inspirierende Textpassagen zitieren (darf ich das hier im Forum?)

Ja, Textauszüge mit entsprechenden Quellennachweisen geht urheberrechtlich okay.
Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm' nur viel zu selten dazu.
(Udo Lindenberg)

31

Samstag, 24. Dezember 2011, 00:54

Interessant, erklär mal! Was hat das kompensieren mit Programmierren zu tun?

Ich bin ja ein alter Knochen und lese gerne SF. Besonders frühe SF, bevor Fantasy dazukam. Die Computer in dieser SF können einfach alles. Was muss das also für ein Kerl sein, der einen Computer programmieren kann?

Ein Beispiel für diese SF ist "Colossus". Später kamen kritische Töne in die SF, ein Film über Astronauten, der in einer Katastrophe endete mit einem spinnenden Computer, der HAL hieß - eine Anspielung auf IBM. Danach oder ungefähr zeitgleich kam Fantasy.

32

Samstag, 24. Dezember 2011, 18:09

Was muss das also für ein Kerl sein, der einen Computer programmieren kann?
Der muss allmächtig sein.... PCs können ja nur 0 und 1, alles andere ist Show... Und dann warst du beim Programmieren doch nicht allmächtig?

ein Film über Astronauten, der in einer Katastrophe endete mit einem spinnenden Computer, der HAL hieß
2001? Bei Alien war der Computer die allwissende Mutter...

33

Samstag, 24. Dezember 2011, 20:21

Genau, ein Programmierer kam bei mir gleich hinter Gott.

Aber zum Glück habe ich diesen Wunsch ziemlich weg gekriegt. Weil es mir ein bischen frech vorkam, 3 Zeilen pro Tag und Programmierer in die Welt hinauszuposaunen, habe ich vorsichtshalber mal gesucht und es gibt tatsächlich etliches dazu, Leute, die auch meinen, es wären 3 Zeilen Quellcode und andere, die für 10 oder 16 sind.

Ja, stimmt, es ist 2001.

34

Montag, 26. Dezember 2011, 18:11

Weil es mir ein bischen frech vorkam, 3 Zeilen pro Tag und Programmierer in die Welt hinauszuposaunen
wie meinst du das? Dass es im Film so aussieht, als schrieben die nur n bisschen was und dann passiert ganz viel im Rechner? Es ist in Wirklichkeit ja andersrum....

Programmieren ist, wie ich schon oben beschrieben habe, das Gegenteil von Allmacht. Ein ständiges Scheitern an den (eigenen) Fehlern im Programmcode.
Dann stößt man verständnismässig brutal an Grenzen. Weil Hochschulmathematik und -physik dahintersteckt.
Und wenn dann die Unmenge an Code nach Stunden des Traktierens durch den Compiler, der das sadistische Über-ich des Programmierens ist ("da ist ein Fehler, da ist ein Fehler,. Fehler, Fehler...."), wenn es dann endlich funktioniert?
Dann spuckt dieser am Ende GAR NICHTS aus.
Keine Reaktion heisst dann, das Programm läuft. Kein Applaus, kein Lob...Warum hab ich mir das nur ausgesucht und machs doch nicht? :huh:
Eine Rolle spielt sicher auch, dass Informatiker intellektuell als "ganz oben" zugeordnet werden...drunter darf ich ja net sein...

35

Samstag, 31. Dezember 2011, 17:41

Nun noch ein längerer Auszug von "Wenn Eltern es zu gut meinen: Warum übertriebenes Anspruchsdenken zu überforderten und egoistischen Kindern führt" von Polly-Young Eisendrath, ISBN 3442338409
Der Klappentext hat ja sich ja eher Schlagwörtern bedient....

Zitat


"Die ich bin ok, du bist ok - Erziehung."

"Unter heutigen Eltern gibt es mittlerweile ein ganzes Spektrum von "Ich bin okay, du bist okay"-Erziehungsstilen, die man "Laissez-faire", "Helikopter" und "Rollentausch" nennen könnte.
Allen 3 Typen ist die Überzeugung gemein, dass Eltern und Kinder im Hinblick auf Rechte und Bedürfnisse annähernd gleich sind, dass Eltern die Freunde ihrer Kinder sein sollen und dass das Selbstwertgefühl der Kinder auf jeden Preis
gefördert und geschützt werden muss. Aber der jeweilige Stil unterscheidet sich(...)

Die Laissez-faire Erziehung

Bei diesem Erziehungsstil gehen Eltern in ihrem Versuch, Autoritäten zu sein, indirekt, nicht konfrontativ, vage und freundlich vor.
Diese Eltern, oft aus den Babyboomern, glauben, dass sie so etwas wie einen Erziehungsstil gar nicht wirklich haben, weil sie sich nicht als Autoritäten betrachten.
Sie geben gewöhnlich nicht viele Ratschläge oder, wenn sie tun, entschuldigen sie sich anschliessend dafür. Doch wollen sie ihrem Nachwuchs größtmögliche Ermutigungen und Chancen zuteil werden lassen, uns sie geben gern mit den Leistungen und Erfolgen ihrer Kinder an. Sie finden gewöhnlich einen Weg, Kritik an ihren Kindern durch Autoritäte wie Schulpersonal..., zu verhindern oder zu entkräften. Laisser-faire-Eltern sind zurückhaltend oder inkonsequent beim Diszipliniern und versuchen, ihre Kinder stets in einem positiven Licht zu sehen.(...)

Helikopter-Erziehung

Dies betrifft Eltern, die wie ein Helikopter behütend über ihre Kinder schweben und nicht nur freundlich zu ihnen, sondern eng befreundet sein wollen. In der Annahme, dass Kinder und Eltern IMMER angenehme, vertraute Gefühle haben sollten, konzentriert sich die Helikopter-Erziehung auf den Erfolg und die Kreatitvität der Kinder wie auch auf eine konfliktfreie Beziehung.
Sie wird am häufigsten von Eltern der Generation nach den Babyboomern praktiziert und vermittelt dem Beobachter den Eindruck, dass die Eltern an das Kind appelieren, ihnen Anerkennung zu zollen oder ihr bester Freund zu sein.
Helikopter-Eltern haben den unrealistischen Wunsch, dass der kleine Jonah 24 Stunden am Tag glücklich sein soll, auch wenn sie vllt wissen, dass das unmöglich ist.
Statt ihrem Sohn beizeiten die wertvolle Lektion zu erteilen, daß sie seiner Fähigkeit vertrauen, mit Enttäuschungen und Grenzen fertigzuwerden, umgehen sie den Konflikt und vermeiden die damit einhergehenden unangenehmen Gefühle.
Ohne es zu wollen, berauben sie Jonah der kleinen normalen Schwierigkeitn, die ihn gegen späteren Stress im Leben gefeit machen.
Seit er auf der Welt ist, versuchen sie, ihm alle Stürme zu ersparen. Tief im Innern fühlen sich Helikopter-Eltern vllt ängstlich oder schuldig, weil sie die elterliche Autoritä nicht ausüben und Freunde ihrer Kinder sein wollen, aber sie glauben, Strenge könnte die Seele des Kindes zerbrechen.
ALlerdings soll Jonah ehrgeizig sein und das bestmögliche College besuchen, damit er jede erdenkliche Erfolgschance hat. Statt ihm zu helfen, mit der Realität umzugehen, reden sie jedoch seine problematischen Verhaltensweisen schön und sind ausser sich, wenn er in der Schule zu hart für ein "kleineres" Vergehen bestraft wie Abschreiben bestraft wird.
(...)

Die Rollentausch-Erziehung

(...)Dieser Stil ist noch mehr auf Gegenseitigkeit bedacht(...).
Er ist der vollständige Ausdruck der Vorstellung, dass Kinder Blumen sind: Wenn man Kindern nur die richtige Nahrung, uneingeschränkte Zuwendung und viel Freiheit gewährt und ihren inneren Genius fördert, werden sie gedeihen.
Die extremste Variante der Rollentausch-Erziehung ist die New-Age_Theorie von den sogenannten Indigo-Kinde rn, die in dem populären Buch "Die Indigo Kinder" von Lee Carroll und Jan Tober dargestellt wird.
Das Buch ist eine Sammlung von Aufsätzen, denen zufolge in den letzten Jahrzehnten eine neue Art Kinder zur Welt gekommen ist. Diese Kinder verfügen nicht nur über eine außergewöhnliche Intelligenz und andere kreative Gaben;
sie haben auch eine übernatürliche Intuition und Einsicht.
Wenn sie oft aufsässig sind und schwierig im Umgang, dann nur, weil sie weiter sind als die anderen sind, auch als ihre Eltern und andere Erzieher. Sie sind spirituell begabt und imstande, die Emotionen anderer intuitiv zu erspüren.
(...)

Sie ist auch große Anhängerin des Buddhismus, und beschreibt diese Lehre als Gegenpol zum "Besonderssein". Vor allem, dass das Leiden und das Aushalten von negativen Gefühlen der Weg zu mehr Selbstannahme ist - was ja wirklich das Gegenteil der betüldenden Erziehung ist....

Der nächste Schritt

(...)
Die "ich bin ok, du bist ok"-Erziehung gibt dem individuellen Selbst der Kinder zu viel Aufmerksamkeit und Zuwendung, ohne bei den Kindern das Bewusstsein und die Fähigkeiten auszubilden, die sie brauchen, um sich in der Hierarchie der Welt einzufügen: autonom zu werden, aktive Mitglieder einer Gruppe zu sein und sich in Gemeinsinn zu üben.
Pardoxer-und traurigerweise beraubt die "Ich bin ok, du bist ok"-Erziehung heranwachsende Kinder vieler wesentlicher Vorteile, die die Babyboomer von ihren Eltern empfingen.
Und doch wird jeder Versuch, zur Vergangenheit zurückzukehren und auf traditionelle Erziehungsstile zurückzugreifen, die Situation, mit der wir jetzt konfrontiert sind, nicht korrigieren.
Frühere Erziehungsstile erkannten nicht die zentrale Bedeutung der Beziehung in der menschlichen Entwicklung, insbesondere der Art von Beziehung, durch die Kinder lernen, emotionale Intelligenz und Einfühlungsvermögen für andere zu entwickeln. Und früher besaß man auch nicht die heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Entwicklungh des Gehirns und die Herausforderungen, die Kinder in jedem neuen Entwicklungsstadium meistern müssen.
Während die traditionelle Erziehung Kinder auf die Autonomie vorbereitete, indem man sie zu verschiedenen Aufgaben und Pflichten heranzog und darauf bestand, dass sie sich mit ihern Fehlern und Misserfolgen auseinanderzusetzen, fehlte dieser Erziehung eine kritische Erkenntnis dessen, was man für die Autonomie braucht und wie sie sich im Laufe des Lebens weiterentwicklet.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »porceleiner« (31. Dezember 2011, 17:49)


36

Mittwoch, 4. Januar 2012, 18:21

Also, ich habe zu wenig mit Compilern usw gemacht, um das richtig nachvollziehen zu können, wie man sich fühlt, wenn das Programm läuft. Hauptsächlich Basic-Interpreter und mit Assembler hatte ich angefangen, aber geschmissen.

37

Montag, 16. Januar 2012, 19:34

Gestern nacht kam eine Gesprächsrunde zum Thema Erziehung, speziell das Thema "Überförderung" mit interessanten Leuten:

"Rückkehr zur Gelassenheit" - Plädoyer für eine artgerechte Erziehung
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebe…-15-Januar-2012

38

Mittwoch, 28. März 2012, 10:23

wollte nur mal kurz durchfunken, eine ehrliche Rückmeldung geben, dass ich seit Ende des Postjobs wieder keine Lust mehr auf harte Arbeitsrealität habe, sind jetzt schon wieder 4 Monate.
Hab quasi meinen Normalzustand wieder erreicht, wo mich von nichts negativem berühren lasse, und den Weg zu meinen Gefühlen abschnüre.

Ich war ja vor allem der langsamste Postbote von allen... Warum was tun, wo ich der schlechteste bin?
Habe aber dann auch das Scheinstudentensein beendet, also exmatrikuliert, weil ich eh wieder 2 semester GAR NICHTS getan habe, und es keinen Sinn macht.

Dann wieder Hartz4, seit Februar. Der Betreuer lässt mich in Ruhe, weil ich ja gleich 2 Persönlichkeitsstörungen und schwere Depression habe.
Zumindest bin ich nimma völlig depressiv, also es gab in den 4 Monaten kaum Tage, wo ich nur auf der Couch oder im Bett rumgehängt bin.

Das wiederum schiebe ich auf die 4 1/2 Monate als Postbote den Berg hochschuften ohne Elektrorad.... Musste immer aktiv sein, vorankommmen, und hatte die ganze Zeit einen Muskelkater.
War schon eine Form von Abhärtung.

Was mache ich immer? Bin meist in meiner WG-Bude, höre Musik, mache Musik am PC (extrem perfektionistisch, alle Instrumente einspielen, nie zufrieden), erledige das nötigste.
Ich schaffe es wieder nur 1mal die Woche, zu programmieren - also das Studium das ich jahrelang (nicht) machte. Ist zu frustrierend. Oder ich setze wieder zu weit oben an, nur die besten Bücher (Größenwahn) und stosse dann wieder an brutale Grenzen usw.

Hatte die ganze Zeit eine Affäre. wir sehen uns 2mal die Woche, ihr ist es egal dass ich nix mache...
Sie ist wunderschön, ein Gesicht wie ein Model, fühlt sich auch so an, und wir haben grandiosen Sex, sie sagt, es wird echt schwer einen Nachfolger zu finden (ich bin endlich wieder das Wunderkind ;))

Andererseits find ich kaum was, was ich an ihrem Charakter mag. Wir sind sehr verschieden. Und ich bin nicht verliebt, kein bisschen.
Sie schon etwas, bin für sie der erste Mann der nachdenklich ist und mit dem sie sinnvoll diskutieren kann.

Harte Realität für mich ist: Sie meckert sehr viel, teilt aus, und will wie ne Prinzessin den besten Tee serviert belommen.
Jetzt bin nicht mehr ich der Verwöhnte.
Und DOCH lerne ich viel daraus: Ich musste lernen, mich zu wehren. Das gemecker ignorieren kann ich kaum.
Selbstbhehauptung. Ich lernte meine Meinung zu sagen, ohne aggressiv zu werden, oder dabei gewinnen zu wollen.
Abgrenzung.
das habe ich mit meiner 4jährigen Exbeziehung nicht geschafft. Wobei da auch starke Verliebtheit im Spiel war.

Sie fliegt jetzt für 3 Monate in Urlaub.
Wie gehts weiter? Ich schaue mir am Montag freiwillig einen 1-Euro Job an. Handwerkliche Arbeitsbeschaffung für Langzeitarbeitslose Kranke, einfache Leute, Alkis.
Ich schätze ich mache das nur ein paar Tage, weil ich da nicht hingehöre, und handwerklich mich für einen totalen Versager halte...
Ich will nur mal sehen, wie den "einfachen" Leuten so geht, wenn sie krank sind.

ECHTES Leid, und nicht das verwöhnte Leid dass ich habe, weil ich nie was schlechtes erlebt hab. Ausser dass ich kein Mensch mit normalen negativen Gefühlen und Problemen sein durfte.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »porceleiner« (28. März 2012, 10:34)


39

Mittwoch, 28. März 2012, 10:48

ach ja: habe seit Wochen einen ständigen heftigen Muskelkater am ganzen Körper. Eine extreme Körperspannung, wo ich kaum noch was machen kann. Vom nixtun.
Wird wohl die Folge meiner meisterlichen Verdrängung meiner Situation sein (Hartz4, keine Perspektive).

40

Mittwoch, 28. März 2012, 11:16

Jep, genau das hatt ich auch,bevor ich mein Gewerbe entgültig n Bach runtergehen lassen hab, kurz vor Arge- Antrag. Als es dann "geschehen" war, wurds peu a peu besser. Momentan häng ich auf ner lustigen Baustelle rum. Und mein Gott,ist ackern entspannt unanstrengend gegen Nix- Tun. Lieben gruß von Lotte

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