@ Spieglein
Beispiel aus meiner letzten Beziehung, die für mich die heilsamste Erfahrung überhaupt war. In ihr haben sich alle Zusammenhänge noch einmal neu zusammengefügt. Der einzige Unterschied zu allen anderen Beziehungen? Ich habe das, was ich für mich gelernt und aufgedröselt habe, in die Praxis umgesetzt und mich dann ganz bewusst und konsequent getrennt. Die Entscheidung für mich war ganz klar, die Entscheidung gegen bestimmte Muster, auf die ich keine Lust mehr hatte. Je mehr ich die erkannte, desto weniger war mir danach.
Wir wohnten zusammen. Er schaute eines Abends eine Sendung im Fernsehen, ich war mit etwas anderem beschäftigt. Bis dahin eine völlig stinknormale Situation, es gab keinen Stress oder sonstige akute Spannungen. Das Telefon schellte, meine Freundin war dran. Es ging lediglich darum, sich zu verabreden, es war also ein Gespräch, das weniger als eine halbe Stunde dauerte.
Nachdem ich auflegte kurzer Blick auf die Uhr, Zeit für mich ins Bett zu gehen, da ich am nächsten Tag wieder arbeiten musste. Bis dahin...noch immer nichts von Spannungen zu bemerken, er fragte noch, was ich gerade mache...ich ihm gesagt, dass ich langsam ins Bett möchte.
Und dann von einem auf den anderen Moment, ging es los...ob ich eigentlich mal auf die Uhr gesehen hätte, wie lange ich telefoniert habe? Warum ich stundenlang mit meiner Freundin spreche, während ich ihn da allein sitzen lasse...
Kurze Zeit mich in diesen Zirkus reinreißen lassen, bis mir der Kragen platzte, ich das Telefon schnappte, ihm das unter die Nase hielt...die Dauer des Gespräches war da noch zu sehen...knapp 20 min.
Das alles war aber nicht wirklich wichtig....
Wichtig war:
Der Stress ging die halbe Nacht weiter...ich am nächsten Morgen total müde...dann ging es mit SMS weiter, während ich auf der Arbeit war. Ich nicht geantwortet, da ich eben arbeiten musste. Noch nicht aus dem Gebäude nach Feierabend raus...ging mein Handy.
Ich könnte aus den knapp anderthalb Jahren etliche solcher Geschichten erzählen. Ich könnte hier auch ganze Abhandlungen darüber schreiben, was auf seiner Seite zu solchen abstrusen Situationen geführt hat. Ich kannte seine Familie samt den Erzählungen seine Kindheit und persönliches Dilemma betreffend.
Am Ende hat mich das alles nicht mehr interessiert. Es war mir mal herzlichst egal, was der hatte, denn ICH hatte eines nicht mehr:
Und zwar meine Ruhe und persönlichen Frieden. Ich ging morgens gestresst zur Arbeit und nach der Arbeit ging das weiter.
Das ist ein Beispiel für die nackten, ungeschönten Folgen dessen, über was hier lang und breit diskutiert und "gefachsimpelt" wird.
Ich hätte mich hier zu der Zeit zigfach darüber auskotzen können...mit dem Ergebnis, dass ich dafür nur noch nachts Zeit gehabt hätte.
Eine "Liebe", die mich am Ende in eine Klinik befördert hätte.
Na, ich lehne ab...und das sogar ohne Danke zu sagen.