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Samstag, 17. September 2011, 13:37

Verhalten nach Trennung von einem Narzissten??

Hallo Leute!!

Vielleicht habt ihr so etwas auch schon einmal erlebt:
Ihr lernt jemanden kennen und schwebt im siebten Himmel. Alles ist zunächst perfekt und ihr liebt euren Freund von ganzem Herzen. Glaubt daran, dass er euch genauso von ganzem Herzen liebt wie ihr das tut. Haltet ihn für total selbstsicher, bodenständig und einfühlsam - bis dann nach und nach plötzlich eine schreckliche Wendung kommt, die ihr immer mehr erkennen müsst, dass ihr damit total daneben gelegen seid!!
Dann plötzlich kommt nämlich der Tag, von dem an euer Freund damit anfängt, GEMEIN zu euch zu werden. Indem er meint, euch "erziehen" zu müssen oder so. Euch dazu auch noch immer wieder verbal verletzt! Einfach so - sogar in den glücklichsten Momenten versetzt euch euer Freund plötzlich einen Stich! Das ist gemein!!
Ihr versteht das nicht, habt keine Erklärung dafür. Sucht den Fehler für sein Verhalten evtl. sogar auch noch bei euch...
Manchmal kommt vielleicht ein "Entschuldigung" von eurem Freund, aber ungeklärt bleibt immer die Frage "Warum?" Warum tut der Freund einem so etwas an?
Er tut es immer wieder.
Zweifel kommen in euch auf: "Liebt er mich nicht mehr?" Denn ihr versteht nicht, warum jemand so etwas tut, wenn er euch doch anscheinend "liebt".
Nicht zuletzt zweifelt ihr auch dadurch an seiner Liebe, dass euer Freund extrem hin- und hergerissen ist zwischen Nähe und Distanz: Einmal gibt er euch das Gefühl, Nähe zu wollen und lässt sie sehr gerne zu. Ihr glaubt, dass es ihm ernst ist, mit euch zusammen zu sein. Im nächsten Moment geht er dann aber - scheinbar grundlos! - auf Abstand zu euch: Erfindet Ausflüchte wie "bin müde", "muss einkaufen" usw. Oder er hält euch selbst auf Abstand, indem er GEMEIN zu euch wird und ihr ihn deshalb einfach in dem Moment schlichtweg einfach nicht sehen wollt!

Seit Montag sind mein Freund - der sich mir gegenüber genauso verhalten hat, wie eben beschrieben! - und ich voneinander getrennt.
Ich habe gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann: Mein Freund macht mich kaputt!
Es war nämlich so: Wir waren zu 90% immer nur bei ihm bzw. bei seinen Geschwistern und Freunden. Habe mich wertlos gefühlt, weil er nie zu mir kommen wollte. Sich einfach nicht für mich interessiert hat. Gesprächsthemen, für die ich mich interessierte (ER aber nicht...) ständig abgeblockt und dann eigene Themen angerissen hat. Mir sogar noch angekreidet hat, ich hätte keine eigenen Hobbies. (?!) "Wie bitte?" habe ich ihm entgegnet. "Ich habe sehr wohl Hobbies! Aber wie soll ich denen bei dir nachgehen? Dazu fehlen mir bei dir doch die Mittel!! Komm doch einfach mal zu mir, dann zeige ich dir, was ich für Hobbies habe!"...
Nach einem Jahr Zusammensein habe ich schließlich streng eingefordert, dass mein Freund jetzt in Zukunft auch mal auf mich zugehen muss, um mich auch mal besser kennenzulernen: Meine Interessen und v.a. auch meine Familie näher kennenzulernen. Damit ich merke, ich bin wertvoll für ihn und er liebt mich.
Wisst ihr, ich hatte seine Zurückhaltung von meinem Elternhaus immer als "Schüchternheit" gedeutet. Gerade auch weil er aus total zerrütteten Familienverhältnissen stammt, wodurch ich (anfangs) dachte, dass er deshalb ein besonderes Maß an Zeit braucht, um auf mich zuzukommen...

Wollte ihm gegen Ende unserer Beziehung auch die Chance einer Aussprache geben. In der Hoffnung, dadurch unserer Beziehung noch eine Chance zu geben. Miteinander über alles zu REDEN! Woraufhin er so etwas wie eine Mauer gegen mich aufzubauen schien und mir gestand, dass er seit längerer Zeit keine Liebe mehr mir gegenüber empfinden kann, sondern nur noch Freundschaft. Reden wollte er überhaupt nicht und gab dies auch offen zu. Er machte da also komplett zu!
Ich merkte: Er wich mir mal wieder aus! So wie er das ansonsten i.d.R. durch plötzliche Schuldzuweisung unserer Beziehungsprobleme auf andere Leute tat: Wenn er gemein zu mir ist, ist seine "Arbeit" daran schuld, mit der er unzufrieden ist usw.

Die Tatsache ist: Wir sind getrennt.
Die Frage ist: Wie soll ich mich jetzt verhalten?!
Wir haben uns auf Telefonkontakt geeinigt. Persönlicher Kontakt geht von meiner Seite aus nicht, da ansonsten tiefe Gefühle für ihn in mir hochkommen würden. Gefühle, die nicht (mehr) gehen, weil es von seiner Seite aus ja gar keine Liebe mehr ist (wie er sagt)!
Ist das eine gute Entscheidung?!
Erst seit Kurzem weiß ich nämlich - bzw. vermute es ganz stark, weil so Vieles auf ihn und den Verlauf unserer Beziehung zutrifft! -, dass mein Freund eine narzisstische Persönlichkeitsstörung aufweist. Und damit auch wohl ich selber ein Stück weit, weil ich ja auch in gewisser Weise "Aufopferungstendenzen" gezeigt habe!
Jetzt lese ich immer wieder, dass bei der Trennung von einem Narzissten schreckliche Dinge passieren können - bis hin zu Selbstmord sogar!!
Bereits zweimal sagte mein Freund schon zu mir, dass ich das einzige im Leben sei, das ihm Halt geben würde. Ansonsten wäre sein Leben "sinnlos". Das übt jetzt enormen Druck auf ihn aus! Ich mache mir Sorgen um ihn.
Immer wieder sind in letzter Zeit deutliche Selbstzweifel von ihm aus an die Oberfläche getreten. Denen er dann aber immer wieder geschickt durch Themenwechsel oder Gesprächsabbruch ausgewichen ist. Habe Angst, dass er sich etwas antut, wenn ich komplett "weg" bin!!
Deshalb der Entschluss zum Telefonkontakt. Möchte für meinen Freund "da" sein, damit er mich nicht komplett verliert. Damit er nicht ALLES verliert! Und da ist er nahe dran, alles zu verlieren, denn ansonsten hat er nicht viel. Außer der schrecklichen Flucht in eine irreale, virtuelle Welt, der er sich nun wahrscheinlich hingeben wird!

Und ja, es ist wahr: Trotz allen Verletzungen und Zurückweisungen LIEBE ich meinen Freund.

Weil, ich sehe auch all die vielen guten Seiten in ihm und merke einfach
ganz deutlich, dass mein Freund eindeutige Reue für sein Verhalten
zeigt. Was eine gute Grundlage für die Bereitschaft zu einer Therapie
wäre, denke ich. Mein Freund MÖCHTE sein Verhalten schlichtweg nicht,
ist ihm aber machtlos ausgeliefert! Und er KANN sich auch durchaus in
mich einfühlen: "Du sollst glücklich werden", hat er bei der Trennung zu
mir gesagt. Und auch "Ich habe so viele Fehler gemacht"... Es ist also doch Einsicht da!!

Aber ja, ich sehe ein: Ein Neuanfang mit meinem Freund ohne therapeutische Hilfe - ich denke, am besten geeignet wäre Paartherapie, oder? - wäre nicht möglich, weil er ansonsten immer wieder in die alten Verhaltensmuster zurückfallen würde!
Sollte er sich für einen Neuanfang mit mir entscheiden, würde ich ihn dann dazu drängen n müssen, eine Therapie zu beginnen. Ansonsten gäbe es keine Chance und er würde mich für immer verlieren!! Das ist mir total ernst. So gehen wir beide zu Grunde - und das wissen wir ja auch beide!!

Vielleicht habt ihr einen Rat? Ich wäre euch unendlich dankbar für eure Beiträge!!
Berichte über eigene Erfahrungen mit narzisstischen Beziehungen. Über eine distanziertere Sichtweise meiner Situation. Ratschläge, wie ich mich jetzt verhalten sollte. Wie habt ihr euch verhalten? Wie ist euer narzisstischer Partner bzw. Freund mit der Trennung umgegangen? - Hat er euch verfolgt, weiterhin verletzt oder einfach so wortlos gehen lassen? Wie seid ihr selbst mit der Trennung umgegangen?
Wäre es klug, jetzt - nach mehreren Tagen absoluter Sendepause zwischen uns - ihm einfach mal so eine SMS zu schreiben? Damit er sich nicht im Stich gelassen fühlt und merkt, es gibt jemanden, der ihn mag und für ihn da ist; ein offenes Ohr für ihn hat.
Bitte seid ganz offen und ehrlich. Auch dann, wenn ihr uns beiden keine realistische Chance mehr einräumen könnt...


Vielen vielen Dank und herzliche Grüße,
Eure Severina

2

Sonntag, 18. September 2011, 00:52

liebe severina,

es ist gut,dass du den schlussstrich gezogen hast.ich würde dir empfehlen,den kompletten kontaktabbruch zu vollziehen,sonst kommst du nicht von ihm los.er ist für sein leben selbst verantwortlich.du wirst von tag zu tag merken,dass es dir besser geht.als ich ihn verlassen hab-mit zwei kindern-kam keine regung.nach meiner ansage,ich gehe,hat er sich erstmal schlafen gelegt und laut geschnarcht.dann immer spitzen,die mich äußerlich kalt ließen.heute beschränkt sich unser kontakt nur in beziehung auf die kleine.(die große ist nicht von ihm.)

ich drücke dir die daumen.

lg glücklich :thumbsup:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »glücklich« (18. September 2011, 00:59)


3

Sonntag, 18. September 2011, 07:20

liebe severina,

es ist gut,dass du den schlussstrich gezogen hast.ich würde dir empfehlen,den kompletten kontaktabbruch zu vollziehen,sonst kommst du nicht von ihm los.er ist für sein leben selbst verantwortlich.du wirst von tag zu tag merken,dass es dir besser geht.als ich ihn verlassen hab-mit zwei kindern-kam keine regung.nach meiner ansage,ich gehe,hat er sich erstmal schlafen gelegt und laut geschnarcht.dann immer spitzen,die mich äußerlich kalt ließen.heute beschränkt sich unser kontakt nur in beziehung auf die kleine.(die große ist nicht von ihm.)

ich drücke dir die daumen.

lg glücklich :thumbsup:
Das würde ich dir auch so sagen.
Ganz weg von ihm, der macht dich kaputt. Gar keinen Kontakt, auch wenn es schwer ist. Es ist schwer, aber die einzige Möglichkeit. Gehe allen aus dem Weg, die dich nicht gut behandeln und behandle dich in der Zwischenzeit so, wie du behandelt werden möchtest. Sei dein eigener Freund.

4

Sonntag, 18. September 2011, 10:59

soraja..

Du wirkst auf mich ein wenig wie der Retter der Enterbten, der Witwen und Waisen... :whistling: :lach:

Ist Deine Mission eine Selbstrettungsaktion? :kopfkratz:

Grüße
skajar
Es ist nicht genug, zu wissen - man muß es auch anwenden.
Es ist nicht genug, zu wollen - man muß es auch tun

Johann Wolfgang von Goethe

5

Montag, 19. September 2011, 22:36

Ja, ihr habt Recht, glücklich und soraja! Danke!!
Ihr habt mich bestärkt und mir geholfen, es zu schaffen, seine Nummer aus meinem Handy zu löschen - um nicht doch wieder in Versuchung zu kommen, Kontakt mit meinem Freund aufzunehmen. :)

Obwohl mein Freund auch gute und liebevolle Seiten hatte, ist sein gemeines und verletzendes Verhalten immer wieder an die Oberfläche getreten!
Auch wenn er es nicht wollte - es war DA!
Daran gehe ich kaputt!!

Merke jetzt immer mehr, wie ich abhängig von meinem Freund geworden bin: Meine Hobbies und Interessen, aber auch meinen Freundeskreis habe ich - "ihm zuliebe" - total viel vernachlässigt. Weil immer nur das zählte, was ER wollte! Also Zeit bei ihm daheim verbringen oder auch bei SEINEN Freunden.
"Unser" Tagesablauf verlief letztlich immer so, dass er noch "kurz" das zu tun hatte ... und dann das .. und dann noch das ... und "Oh, du bist ja mit dem Auto gekommen, dann könnten wir ja noch kurz einkaufen: Ich (ICH!!) brauche noch Brot und ein paar Süßigkeiten!"...
Das meiste von dem, was ich gerade erzählt habe - bis auf das Einkaufen versteht sich, wozu er ja MEIN Auto brauchte! - machte er übrigens alleine, obwohl ich nebendran saß und mir schrecklich langweilig war. Habe ihm das auch gesagt! Aber wie hieß es dann immer: "Erst die Arbeit und dann das Vergnügen!"
Ok, wir waren bei ihm zu Hause - und Einkaufen und Staubsaugen usw. sind ja auch Arbeit! - aber wenn vor der Konsole herumhängen oder im Internet irgendwelche Bilder von Computerspielheldinnen heraussuchen auch als "Arbeit" bezeichnet wird, dann weiß ich echt auch nicht weiter...

Das "Beste" an der Sache war aber immer noch der Satz: "Du willst nur kuscheln!" oder auch "Du KANNST nur kuscheln!"...
Ähm... eigentlich WILL ich ja auch ganz andere Sachen machen - aber halt gerne mit ihm zusammen! Zusammen weggehen und gemeinsam was Interessantes unternehmen. Mal was Neues kennenlernen und nicht nur seine vier Wände!! Aber er bleibt ja lieber in deiner Wohnung und macht dort lieber alleine SEIN Ding... Alleine! Er ist ja i.d.R. fast immer zu "müde" zum Weggehen...
Und KÖNNEN tu ich auch so einiges! Aber bei ihm, in seiner beengten Wohnung ist außer Sofasitzen, Fernsehglotzen, Lesen, Musikhören und Essen nun mal einfach nichts drin!!
Oder auch sein Satz: "Such dir mal ein Hobby!"
Ja, was macht man denn in der Wohnung des Freundes, wenn der gerade "beschäftigt" ist?! Den halben Tag lang vor der Glotze rumhängen?? Viel mehr GEHT da doch gar nicht!! Und v.a. nichts Gemeinsames!
Ach ja: Bei ihm im Internet surfen vielleicht? Ach ne, sein Anschluss ist ja "zu teuer"... Er sagte: "Des können wir ja mal machen, wenn ich zu dir nach Hause komme."
Ähm?! Ja genau, richtig: WENN!! ...

Mal ganz ehrlich: Wie kann jemand Sachen an dir kritisieren, für die er selber verantwortlich ist, dass sie überhaupt entstehen?!
Wo DU es doch bist, der ständig nach Veränderung schreit! Dem er aber nie nachgibt - er musste dich ja immer irgendwie "klein halten"...
Und genau dann das an dir kritisieren, dass du klein bist - klein geworden durch IHN! (!!)

Tut mir Leid, dass ich jetzt so Vieles wieder durchkaue, mit dem ich jetzt doch eigentlich endgültig abschließen müsste. Es fühlt sich in mir drin aber irgendwie noch dermaßen aktuell an, weiß auch nicht...
Und JA, es ist wahr: Ich habe tatsächlich Liebeskummer! Um IHN!! Liebe ihn noch immer...
Bis gestern habe ich auch noch alle guten Seiten in ihm gesehen und die Traurigkeit über unsere Trennung hat überwogen.
Aber jetzt schlägt all das plötzlich immer mehr in Wut und Hass darüber um, was er mir angetan hat. Ist das normal?
Kennt ihr euch mit Liebeskummer aus?? Bei mir ist es das erste Mal, wisst ihr...
Meint ihr, es ist bei mir "Liebe" ihm gegenüber oder vielleicht doch vielmehr Abhängigkeit?!

Das Doofe ist, dass mein Freund mir jetzt auch noch eine SMS geschrieben hat - obwohl er doch eigentlich gemeint hatte, er würde meine Nummer löschen...
Hat geschrieben, er möchte mich nochmal sehen - "zum Abschied". Häääh?!
Könnt ihr das verstehen? ER war es doch, der Schluss gemacht hat und möchte mich jetzt aber trotzdem nochmal sehen! Und ich habe meinem Freund doch erklärt, dass Freundschaft nicht geht! Dass wenn von ihm aus Schluss ist, auch tatsächlich Schluss sein muss!
Warum schreibt er mir das jetzt?! Ist das eine Abhängigkeit? Kann das absolut nicht einschätzen. Wie seht ihr das??
Werde darauf nicht eingehen, aber frage mich trotzdem: WARUM?!
Möchte er, dass ich mich ihm jetzt zu Füßen werfe und ihn darum anbettele: "Hab mich wieder lieb!"
Oder möchte er mich jetzt irgendwie auf die Probe stellen?

Oh je, Fragen über Fragen! Ich bin so verzweifelt: Möchte doch einfach nur VERSTEHEN - aber ich KANN nicht!!
Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen? Mir helfen, zu verstehen??


Danke an euch alle!
Und Grüße, Eure Severina

6

Montag, 19. September 2011, 22:45

Mal ganz ehrlich: Wie kann jemand Sachen an dir kritisieren, für die er selber verantwortlich ist, dass sie überhaupt entstehen?!


Wieso ist er dafür verantwortlich? :S
Hättest doch da net sitzen müssen. Hättest ja aufstehen und gehen können. Hast Du aber nicht getan. Wolltest ja da sitzen.

Ich sehe da, ehrlich gesagt, keine Verantwortung bei ihm.
Es ist nicht genug, zu wissen - man muß es auch anwenden.
Es ist nicht genug, zu wollen - man muß es auch tun

Johann Wolfgang von Goethe

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »skajar« (19. September 2011, 22:57)


7

Dienstag, 20. September 2011, 11:03

Ja, skajar, du hast Recht: Teilweise bin ich da auch echt selber Schuld dran! :(

Hab die Illusion gehabt, dass ich - je mehr ich meinem Freund zeige "Ich will Zeit mit dir zusammen verbringen" - die Chance darauf erhöhe, dass er sich bald auch so mir gegenüber verhalten wird.
Ziemlich naiv von mir, oder?
Dachte, je mehr ich ihm meine Liebe "beweise", desto mehr erkennt er sie an und geht dann im nächsten Schritt auch auf mich zu!

Wenn ich aufgestanden bin und gehen wollte - was ich öfters auch GEMACHT habe! - hat er darauf wütend und verständnislos reagiert.
"Wir können dann ja morgen zusammen was unternehmen", hat er dann meistens gesagt. Mich dabei ganz lieb in den Arm genommen und mich schwach werden lassen.
Ich war so doof - ich habe es ihm immer wieder GEGLAUBT!!
Meistens war es auch der spontane Besuch seines Bruders gewesen, der uns "morgen" an seine Wohnung gekettet hatte. Oder auch der Besuch seines besten Freundes.
War dann aber auch ok gewesen, weil wir dann häufig Sachen zu dritt unternommen haben. Aber im Nachhinein merke ich immer mehr, dass da ja letztlich immer ER der Bestimmer gewesen ist. Auch, wenn ich einwilligte - meine Bedürfnisse wurden da außen vorgelassen: Es gab Vieles, was ich eigentlich lieber gemacht hätte und ich ihm auch gesagt habe. Aber wie hieß es dann immer so schön: "Vielleicht können wir das ja morgen machen. Wenn mich die Arbeit nicht zu sehr stresst und ich nicht allzu müde bin..."
Oje, wie war ich doch naiv gewesen!! So oft zu glauben, dass er zu seinem Wort steht. Oder zumindest darüm bemüht wäre, einzuhalten, was er ankündigt...
Habe immer wieder an seinen guten Willen geglaubt. Weil ich der Auffassung war: "Er liebt mich ja."

Manchmal bin ich aber auch gegangen - seltener, aber ich hab's gemacht! Und dann hat mich mein Freund auch gehen lassen: "Spazieren", wie ich gesagt habe. Zwei meiner Spaziergänge endeten dann auch bei mir zu Hause... "Oh", hat er dann gemacht. "Magst du mich nicht mehr?" Auf diese Bemerkung hin habe ich echt wütend reagiert und gesagt - wenn ich auch selber nie daran geglaubt habe bzw. daran glauben wollte: "Wie bitte?! Ich glaube eher, DU magst mich nicht mehr! Lässt mich da sitzen und ignorierst mich komplett . Immer zählt nur, was DU willst." Dann kam mal wieder der altbewährte Satz: "Tut mir Leid. Ich war doof! Ich komme morgen zu dir, ok?"
Hm, nur "zufälligerweise" fand er dann am nächsten Tag wieder ein gutes Argument, warum er WIEDER zu Hause bleiben musste...

Ich weiß, ich komme jetzt bestimmt total naiv herüber, oder?
Ich meine, erst nach einem Jahr war ich dann endlich so weit, strikt einzufordern: "So, und in nächster Zeit kommst du nur noch zu mir und nicht umgekehrt!"
Um all diese Einflüsse zu vermeiden, die mich in seiner Wohnung zurückdrängten (Spielekonsole, Computer, ...).
Davor habe ich dieses Spielchen immer wieder mitgespielt. Beziehungsweise den Gedanken aus meinem Kopf heraus gedrängt, dass es überhaupt ein "Spielchen" sein könnte.
"Er liebt mich doch!" Dieser Gedanke hat so viel in mir drin blockiert gehabt. "Er meint es doch ganz lieb mit mir! Er hat nur eben einen sehr harten Job, der ihm seine Kräfte raubt und kann DESHALB nach der Arbeit nichts mehr mit mir unternehmen, was mit körperlicher Anstrengung verbunden ist. Und er kommt nur DESHALB nicht so gerne zu mir nach Hause, weil seine eigene Familie zerstritten und zerrüttet ist und er Angst davor hat, bei meinen Eltern etwas 'falsch' zu machen!"

Bin ich da in der Hinsicht 'dumm' gewesen? Was meint ihr?!
Oder war es mein unerschütterlicher Glaube in die große Liebe gewesen, der eine realistische Sichtweise auf meinen Freund verzerrt hat?
Erst jetzt nach der Trennung wird mir immer mehr klar, inwieweit mein Freund mich ständig in so vielen Dingen manipuliert hat. Mich geradezu in die Abhängigkeit gezerrt hat.
WARUM hat es so lange gebraucht, um das erkennen zu können?!
Hat jemand von euch so etwas auch schon einmal erlebt? Ist das noch als 'normal' einzustufen? Oder doch schon als Abhängigkeit?!
Weiß da grade echt nicht weiter...

Severina

8

Dienstag, 20. September 2011, 11:06

Sie meint: Der Norbert erzeugt durch sein Verhalten SItuationen, die nur schief gehen können. Sind sie schief gegangen, gibt er dem Gegenüber die Schuld für das Mißglücken.
And there is no way out.
Man weiß, dass man an die Wand fährt. Umkehr gibt es keine.
Ob sie sitzt und wartet oder geht oder es anspricht oder mitmacht oder selbst was macht oder dies oder das. In keinem Fall wird etwas gemeinsames herauskommen.
Und dass das nicht geschieht, wird der Norbert bemängeln.

DW

9

Dienstag, 20. September 2011, 17:38

Danke, Damenwahl, für diese sehr zutreffende Schilderung einer beispielhaften Situation. Die, wenn sie sich über Jahre immer wieder ereignet, einen zum Verzweifeln bringt. Einen zermürbt. Und auch den involvierten Kindern sehr schadet, weil vernünftige Kommunikation auf diese Weise stets verunmöglicht wird.

Viele Grüße
Tara
Nicht die Vollkommenen, sondern die Unvollkommenen brauchen unsere Liebe.
Oscar Wilde

10

Dienstag, 20. September 2011, 20:21

Ja, skajar, du hast Recht: Teilweise bin ich da auch echt selber Schuld dran! :(

Ziemlich naiv von mir, oder?

Ich war so doof

Oje, wie war ich doch naiv gewesen!!

Ich weiß, ich komme jetzt bestimmt total naiv herüber, oder?

Bin ich da in der Hinsicht 'dumm' gewesen?


Hi Severina,

merkst Du was? ;)

Je öfter Du Dir das sagst, desto naiver kommst Du dir vor..bis Du an den Punkt gerätst, Dich für den größten Idioten der Welt zu halten. Das denkst Du jetzt nicht nur so, das fühlst Du auch. Und bist jetzt davon überzeugt, dass alle anderen doch auch nur so von Dir denken können.

Wenn ich Dir jetzt bspw. sage, dass ich Dich weder doof noch naiv finde noch denke, dass Du eine Schuld trägst. würde an Deiner Perspektive auf Dich selbst, etwas ändern? Ich glaube nämlich nicht, dass ich mit einer kurzen Bestätigung dafür sorgen könnte, dass Du Dich nun nicht mehr so fühlst, bzw. genau gegenteilig fühlst. Es baut Dich vielleicht kurfristig auf, da es Dich beruhigt, zu hören, dass Du doch nicht doof warst, bist...doch nach einer Weile wird der Kreislauf des "Ich bin ein Idiot gewesen" denkes wieder von vorn in Dir losgehen.

Weil letztendlich jeder nur wirklich das glaubt, was er glauben will....jeder nur von dem überzeugt ist, was er von sich selbst denkt, was im Grunde genommen erst einmal nicht schlechtes ist, denn jeder steckt auch nur in sich selbst drin und nicht in den anderen.

Du hast Deinen Freund geliebt, gemocht, hast ihm vertraut, hast ihm das geglaubt, was er Dir gesagt hat und hast feststellen müssen, dass er dann doch nicht danach gehandelt hat. Vielleicht nicht einmal, weil er böse war. Vielleicht weil er nicht anders konnte. Warum er das aus seiner Wohnung nicht raus kommt, ist letztendlich auch sein Problem. Sich da jetzt neben ihn zu setzen, hast Du ja dann auch gemerkt, bringt weder Dich noch ihn nach vorne.

Du hast die Beziehung nicht sofort beendet, hast es versucht, es hat sich nichts geändert, dann bist Du gegangen. Ich würde sagen, dass das mit Sicherheit ganz viele Menschen schon so erlebt haben, denn schließlich wendet man sich nicht sofort ab, sondern gibt der Beziehung eine Chance.

Wenn ich aber merke, dass ich immer weniger von meinem eigenen Leben lebe und immer mehr das Leben des anderen leben muss, damit die Beziehung aufrecht erhalten wird und ich weiß, würde ich das nicht mehr mitmachen, die Beziehung dann über kurz oder lang in die Brüche ginge, ich jetzt aber trotzdem weiter etwas aushalte, von dem ich weiß, dass ich damit nur schwer, oder gar nicht leben kann, dann halte ich an der Beziehung fest und gebe mich langsam auf.

Das geschieht nicht über Nacht, das ist ein Prozess, der meist schleichend abläuft und man, wie so oft im Leben, erst hinterher schlauer ist.

Und weil man das ist, fühlt man sich vielleicht rückblickend als Idiot...und je mehr man zurückblickt, desto blöder fühlt man sich, denn man blickt ja heute auf etwas, das man mitgemacht hat, von dem man damals jedoch noch nicht wusste, dass man es getan hat. Deswegen war man aber noch lange nicht doof. Man hat es einfach nicht erkannt, oder nicht erkennen wollen.


Hat jemand von euch so etwas auch schon einmal erlebt? Ist das noch als 'normal' einzustufen? Oder doch schon als Abhängigkeit?!
Weiß da grade echt nicht weiter...


Sind das die optimalen Fragen, mit denen Du dich auseinandersetzen solltest? Macht das Sinn? Was hast Du davon, wenn Du eine Beziehung, die vorbei ist, nun einstufen kannst? Dich weniger doof fühlen?

Selbst wenn es bis zu einem gewissen Grad eine Abhängigkeit war? Ist eine gewisse Abhängigkeit von den eigenen Gefühlen und damit auch vom Partner nicht auch normal? Geht es nicht allen Menschen, die verliebt sind, so?

Wenn man nun etwas aushält, was nicht asuzuhalten ist...was bei einigen Menschen ja so weit geht, dass sie ihr komplettes Leben aufgeben, sich sogar jahrelang schlagen und demütigen lassen und immer noch nicht gehen, obwohl sie bereits dabei sind, ihr Leben zu riskieren, dann dürfte dies so ziemlich das bittere Ende eines langen Prozesses sein, aus dem man aber rechtzeitig aussteigen kann....jeder setzt da für sich andere Maßstäbe, bzw. Grenzen des Erträglichen.

Dir scheint, wenn ich es richtig verstanden habe, bewusst geworden zu sein, dass Du etwas, das Dir gegen etwas gegen den Strich ging zu lange mitgemacht hast und etwas glauben wolltest, was doch nicht eintraf.

Vielleicht kämst Du weiter, wenn Du da ansetzt. Diese Erfahrung über Dich selbst nimmst und sie Dir heute anschaust, warum Du die Grenzen weiter gesteckt hast, als es Dir rückblickend lieb war.

Dann wirst Du vielleicht beim nächsten Mal schon früher eine Grenze ziehen. Zwar traurig sein, wenn Du dann eine Beziehung noch einmal beenden müsstest, doch auch froh darum, dass Deine Grenzen auch nicht mehr so weit gesteckt sind, dass Du früher darauf achtest, was Dir gut tut, und was nicht.

Und ja..erlebt habe ich das auch schon. Das Erspüren eigener Grenzen und wann diese für mich erreicht ist, war ebenfalls ein Lernprozess, der nicht über Nacht erfolgt ist.

So....ich hätte auch kurz und knapp sagen können:

Nein, ich finde nicht, dass Du doof oder naiv warst. Im Gegenteil...Du hast es beendet, als Du gesehen hast, dass sich es Dir immer schlechter damit ging. Das war doch eher klug, oder nicht? ;)

Grüße
skajar
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Es ist nicht genug, zu wollen - man muß es auch tun

Johann Wolfgang von Goethe

11

Mittwoch, 21. September 2011, 12:09

Danke skajar, :)

dein Beitrag hat mir total geholfen, zu verstehen:

Dass ich so Vieles aus Liebe und Vertrauen zu meinem Freund gemacht und so viele Versuche unternommen habe, um die Beziehung zu kämpfen - was aber ja auch völlig normal und berechtigt ist, wenn du liebst. Kompromisse zu finden, damit die Beziehung gleichwertig ist wir beide darin glücklich werden.
Und dass es gut war, letztendlich dann doch den Schlussstrich gezogen zu haben, nachdem alle Bemühungen ins Leere liefen und ich meinem Freund zuliebe hätte zwangsweise mein Leben aufopfern müssen und nur noch seines leben.

Dass ich da nicht 'dumm', sondern vielmehr klug gewesen bin, hätte ich so gar nicht verstanden, wenn du mir das nicht deutlich gemacht hättest, skajar!
Ja, ich dachte zuvor immer "Ich hätte das doch schon viel früher merken müssen" - alleine schon durch all die Warnungen, die meine Freunde und Verwandte in Bezug auf meinen Freund mir gegenüber aussprachen. Als mein Freund bei meiner Abschlussfeier meine Eltern und Geschwister z.B. komplett IGNORIERT hatte (in meinen Augen aber nur aus extremer "Schüchternheit") usw.

Dass ich so oft gefragt habe "Bin ich naiv / dumm?" usw. ist mir überhaupt nicht aufgefallen. Wow! Danke, skajar, dass du mich da drauf aufmerksam gemacht hast!!
Ich zweifle ja tatsächlich so sehr an dem, wie ich mich verhalten habe und mache mir da Vorwürfe. Und das, obwohl ich gar nichts hätte tun KÖNNEN!!
Krasse Sache, zu schreiben, dass du an dir zweifelst, ohne es dir dabei eigentlich selber einzugestehen, dass du das tust...

Ja, ich sollte die Beziehung als wichtige Erfahrung ansehen, aus der ich gelernt habe, wo meine persönlichen Grenzen liegen. Dass ich diese in Zukunft früher setzen muss - selbst wenn ich damit eine spätere Beziehung nochmal beenden müsste!

Sollte jetzt tatsächlich in die Zukunft blicken und die ganze Sache als lehrreich, aber ABGESCHLOSSEN betrachten! Die Vergangenheit hinter mir lassen und nicht mehr ständig drüber nachgrübeln.

Aber - es ist zum Heulen!! Ich bin innerlich nicht in der Lage, mit der Beziehung abzuschließen. Oder vielleicht auch NOCH nicht?! ;(
Braucht das vielleicht ein gewisses Maß an Zeit, bis du tatsächlich darüber hinwegkommen kannst? Bis du endlich unbeschwert in die Zukunft blicken kannst? Dich die Vergangenheit nicht immer und immer wieder einholt und die Emotionen in dir kochen lässt?
Positive Emotionen, wie die Freude über (v.a. anfangs erlebte!) schöne und gemeinsame Erlebnisse; direkt gepaart aber mit negativen wie Wut bis hin zu Hass, tiefer Verzweiflung und Traurigkeit.


Wenn du dir durchliest, was ich gerade ins Forum "Mitglieder stellen sich vor" hinein gepostet habe, dann erkennst du, wie es grade aktuell in mir drin aussieht...
(*schäm*) :nene:
Ich zitiere einfach mal da draus, ok?:


"Wie kann ich meinen Freund ENDLICH aus meinem Kopf herausbekommen??
Er war so oft total gemein zu mir gewesen und wir haben uns jetzt getrennt - aber dennoch liebe ich ihn und denke so oft an ihn und all die glücklichen Momente, die wir miteinander erlebt haben (wobei die meisten davon sich eigentlich am Anfang unserer Beziehung ereignet haben...).
Inzwischen bricht auch hin und wieder Wut in mir durch. Wut für all die Zeit, die mir weggenommen wurde und ich minem Freund zuliebe mit ihm gelebt habe - ohne letztlich auch nur ein Fünkchen Dankbarkeit von ihm zu erhalten.

Es ist vorbei zwischen uns und ich möchte so gerne in die Zukunft blicken!

Aber ich kann es nicht - zumindest noch nicht: Zwischendurch brechen immer wieder Erinnerungen - und sogar auch Sehnsüchte nach ihm!! - in mir durch. So sehr ich mich auch ablenken möchte. Mein Freund ist in meinem Herzen drin und ich habe so das bittere Gefühl, dass das auch für immer so bleiben wird.
Was soll ich bloß tun??
Ich versuche, mir immer wieder zu selbst klar zu machen, dass mein Freund nicht der Mensch ist, den er am Anfang unserer Beziehung vorgegeben hat, zu sein.
Und DENNOCH vermisse ich genau diesen Menschen in ihm und rede mir zugleich auch immer ein, dass irgendwo in ihm drin dieser Mensch doch existiert und dass - nachdem er eine Therapie gemacht hat - endlich wieder all diese guten Seiten in ihm hervorkommen werden. Seiten, die er ja auch HAT! Zwischen die im weiteren Verlauf unserer Beziehung nur eben immer wieder halt Phasen eingeschoben worden sind, in denen er narzisstische Züge zeigte und mich dadurch sehr belastete und fertig machte.

Angenommen, mein Freund würde eine Therapie machen: Gäbe es dann noch Hoffnung? Kann ein Mensch im Erwachsenenalter denn noch lernen, was es bedeutet "Liebe um der Liebe willen" anstatt "lieben, um geliebt zu werden"? Oder ist das zu spät und ich sollte da alle Hoffnungen drauf wegwerfen??"


Es ist so, als ob ich in meinem Inneren ständig gegen eine Mauer laufen würde!
Die Mauer, in der ich in unserer Beziehung gelaufen bin, existiert nämlich noch immer in meinem Kopf. Beziehungsweise in meinem Herzen:
Mein Kopf - der Verstand - sagt: "Dein Traum, mit deinem Freund jemals eine gleichberechtigte Beziehung zu führen, ist eine Illusion - nichts, aber auch gar nichts wird sich jemals ändern! Du KANNST ihn nicht ändern - und auch eine Therapie wird deinen Freund nicht von Grund auf umkrempeln können. Also schließe endgültig damit ab! Bring dich nicht wieder in die Gefahr, innerlich beinahe an einer Beziehung kaputt zu gehen!!"
Aber mein Herz ist noch immer erfüllt von Hoffnung in eine gemeinsame und glückliche Zukunft zusammen mit meinem Freund.
Ganz besonders merke ich das daran: Fotos aus der Anfangszeit unserer Beziehung wollte ich zwar zerreißen, aber KONNTE es nicht! Weil da alles noch so wundervoll gewesen ist. Und ich nicht - bzw. NOCH nicht?! - von dem Glauben loslassen kann, dass mein Freund in sich drin der Mensch ist, als den ich ihn kennengelernt habe.
Vielleicht, weil es meine erste große Liebe gewesen ist?!

AAAAAAARGH!!
:_trigger_:

12

Mittwoch, 21. September 2011, 19:09

(*schäm*) :nene:


Ein Ansatz wäre, vielleicht einmal versuchen herauszufinden, warum Du Dich Deiner Gefühle schämst. Das wird ja einen Grund haben. Eine Parallele, die mir auffällt:

In der Beziehung hast Du nicht rechtzeitiger die Grenze gezogen, also Deine Gefühle nicht ernst genommen. Nun schämst Du Dich. Hat ja auch etwas davon, die eigenen Gefühle nicht ernst zu nehmen...sondern eher#etwas davon, sie abzuwehren.

dass mein Freund in sich drin der Mensch ist, als den ich ihn kennengelernt habe.
Vielleicht, weil es meine erste große Liebe gewesen ist?!


Der Mensch ist er auch immer noch nur im Laufe der Zeit hast Du weitere Facetten seiner Persönlichkeit kennengelernt, die auch zu ihm gehören. So ist er eben auch.

Es könnte sein, dass der erste Liebeskummer noch der schlimmste ist, wenn man den so intensiv noch nicht durch gemacht hat.

Trotzdem gebe ich den Tip, sich einfach mal in Deiner Kommune schlau zu machen, ob die Diakonie oder Caritas Lebensberatung anbietet und dort nach Terminen fragt für ein paar Gespräche...einfach um Dir über Dich klarer zu werden. Oder sich an eine Frauenberatungsstelle wenden, die bieten Frauen auch oft Gespräche an, wenn es ein Problem gibt.

Stellst Du fest, dass da mehr ist, kannst Du immer noch an Therapie denken.

Vergiss all das, wenn Du bereits in Therapie bist... :lach: ;)

Lieben Gruß
skajar
Es ist nicht genug, zu wissen - man muß es auch anwenden.
Es ist nicht genug, zu wollen - man muß es auch tun

Johann Wolfgang von Goethe

13

Samstag, 10. März 2012, 11:59

Hallo severina,
Ich bin auf dieses Forum gestoßen weil ich darauf aufmerksam gemacht wurde, dass mein ex wohl auch zu den Narzissten gehört und ich kann mich in so vielen deiner Schilderungen wiederfinden.
Ich hoffe jetzt nicht auf einen Wunden Punkt zu stoßen, da die Einträge vom vergangenen September sind frage ich mich wie es dir heute geht und ob du es geschafft hast die kontaktsperre aufrecht zu erhalten?
Mein ex und ich haben uns im Frühjahr letzten jahres getrennt und haben immer wieder versucht den Kontakt abzubrechen. Ich war zwischenzeitlich sogar eine zeitlang im Ausland, wo er dann derjenige gewesen ist der immer wieder den Kontakt gesucht hat. Ich war wütend, habe mich andererseits aber auch gefreut, weil ich glaubte dass unsere Beziehung eine zweite chance bekommt, sobald ich zurück bin.( da dieser geplante Auslandsaufenthalt für ihn als wir noch zusammenwaren schon eine Bedrohung darstellte). Es gab sogar liebesbekundungen und ähnliches.
Kurz vor meiner Rückkehr stellte er dann plötzlich fest, dass wir ja doch nicht zusammen passen, das nachdem er mir etwa 6 Monate über die Trennung, 1000 kontaktabbrueche und wiederaufnahmen, liebesbekundungen und Streits immer wieder hat Hoffnung gemacht und ich sogar das gefuehl hatte, das er es ernst meint.

Es ist noch so viel passiert auch nach dieser Trennung, ich hatte mich schon auf etwas neues eingelassen, ist dann doch nichts draus geworden meinerseits. Mein ex hat uns auch gemeinsam gesehen, u.a. Auf einer Party worauf hin er meinte: ich mache ihm das leben schwer....-WAS? Aber natürlich geriet ich wieder ins grübeln...

Ich glaubte wir könnten mittlerweile Freunde sein, auch das hat nich

14

Samstag, 10. März 2012, 12:07

Oh, zu viel geschrieben....

Jedenfalls Freundschaft klappt auch nicht. Vor etwa 2 Wochen gab es einen Riesen Streit, jetzt ist erstmalig richtige Funkstille, wobei er über ein soziales Netzwerk wieder Kontakt aufgenommen hat, um mir Sachen zurückzugeben, nach denen ich seit Monaten frage, die jetzt plötzlich aufgetaucht sind???????

Mir kommt es nur noch vor wie ein kalkuliertes Spiel. Im manchen Momenten bin i h froh ihn durchschaut zu haben, und los zu sein, dann wieder bin ich traurig, vermisse ihn und Zweifel an mir selbst.

Ich habe bewusst nichts über sein verhalten in der Beziehung geschrieben, weil mich gerade mehr interessiert wie du, oder generell Opfer von Narzissten die Trennung verarbeitet haben?

Bevor ich mit ihm zusammen war, war ich lebensfroh, unbeschwert,froehlich... Auch viele meiner Freunde erkennen mich nicht mehr und sagen wenn man mit mir etwas unternimmt bin ich nie ganz da. Wie lange dauert es, bis es einem besser geht und habt ihr Ratschläge?

Freue mich über jede Antwort!!!!

15

Samstag, 10. März 2012, 13:29

Hallo Karab,

hmmm....bei mir ist es jetzt paar Wochen her. Ich versuche sehr viel für mich zu machen. Mit Freunden telefonieren, Kaffeetrinken gehen, Ausgehen (wobei ich hier Sachen vorziehe , die ich noch nie gemacht habe und immer tun wollte :-) Ich habe festgestellt,dass Sport sehr gut tut. Es hilft auch sehr, sich neue Ziele zu setzen, denn dann lenkt man die Gedanken auf sich und auf das was man erreichen möchte. Ich lese viel, auch hier und es hilft echt zu verstehen, dass da nichts zu machen ist, wobei ich auch hier vorsichtig bin und mir auch andere Bücher durchlese, damit dieses Thema nicht allzu viel Raum bzw. irgendwann mal immer weniger Raum einnimmt. UUUUUUnd ein absoluter Kontaktabbruch !! Handynr. gewechselt ,seine Nummer gelöscht.

Auch wenn es sich toll anhört (man kann einiges ja anstellen :-) ) , wenn mich der Schmerz manchmal überkommt, denke ich .....ach ist doch alles sch............ und dann geht es mir auch nicht gut. Aber..... irgendwann raffe ich mich auf und sage zu mir : Hey,denk dran, was alles passiert ist und denk dran, wieviel Ruhe du jetzt hast, kein Stress, keine Unterstellungen, keine Eifersucht, keine Lügen, keine Manipulation, kein Betrug, keine Beleidigungen usw. und dann merke ich, dass ich doch mir viel Wert bin und was besseres verdiene :kumpel: ;)

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16

Samstag, 10. März 2012, 15:41

Bevor ich mit ihm zusammen war, war ich lebensfroh, unbeschwert,froehlich... Auch viele meiner Freunde erkennen mich nicht mehr und sagen wenn man mit mir etwas unternimmt bin ich nie ganz da. Wie lange dauert es, bis es einem besser geht und habt ihr Ratschläge?


Ich frage mich, was du jetzt hier von den Antworten erwartest, eine Anleitung vielleicht?

Die wirst du nicht bekommen. Weil du dich im Moment vor allem selbst blockierst. Wenn du das schon so klar siehst, dann richte doch den Blick jetzt mal auf dich. Es gibt in der Tat einige Gründe dafür, warum du deine Lebensfreude verloren hast, warum du das alles mitgemacht hast. Aber dieser Grund ist nur in dir selbst zu finden! Erst dann, wenn du auch akzeptieren kannst, dass du auch selbst einiges dazu beigetragen hast, wenn du deine eigene Rolle wertungsfrei betrachten kannst, wenn du damit auch losläßt von der eigenen Verdrängung, die ja in der Beziehung den Stillstand und auch den Verlust der Lebensfreude erst erzeugt hat. Und erst dann hast du die Lektion, die eine solche Beziehungskonstellation ja immer mit sich bringen kann, auch wirklich verstanden.

Und dann wirst du auch mit der Zeit feststellen, dass du auch selbst genügend eigene Probleme mit in diese Beziehung hinein gebracht hast, die dich blockiert haben, die dich da überhaupt erst hingebracht haben. Es ist eben längst nicht nur der andere, der dafür sorgt, dass es dermaßen abwärts geht. Und das musste ich früher auch erstmal erkennen und akzeptieren lernen. Es lohnt sich. ;)

Es sind immer die eigenen Probleme, die in uns selbst oft noch im Unbewusstsein verborgen sind, die nach einer derart destruktiven Beziehung dann auch ganz unbedingt einer größeren Aufmerksamkeit bedürfen. Um aus der Abhängigkeit herauszukommen. Denn die ist es ja, die dir das Leben nun so schwer macht. Und das ist vor allem auch unbedingt wichtig, um in Zukunft überhaupt gesündere Beziehungen eingehen zu können, um für Abhängigkeiten gar nicht mehr anfällig zu sein. Denn es ist leider sehr oft so, dass so mancher ja immer wieder dieselben Erfahrungen macht, weil er unbewusst immer wieder ein ähnliches Dilemma anzieht.
Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen."
(Johann Wolfgang von Goethe)

17

Mittwoch, 14. März 2012, 19:37

Hallo Severina,

ich habe vor ein paar Monaten ganz viel in diesem Forum gelesen und für mich persönlich mitgenommen. Nun möchte ich gern eine Kurzfassung an Dich zurück geben.

Meine Trennung liegt neun Monate zurück, 6 Monate Terror folgten(Telefon, E-Mail, Post, Möbel vor der Haustür bis zur Rückgabe der Zahnseide, Benutzen von Freunden und Familie…) Wenn ein Narzisst um Dich kämpft, benutzt er alle Menschen und Mittel. Sieht er sich verlieren, arbeitet er nach dem Motto: Wenn ich Sie nicht kriegen kann, mache ich sie eben fertig.“ Es spielt dabei keine Rolle, ob er schon wieder in der nächsten Beziehung steckt. Er ist in der Lage Dein ganzes Umfeld zu manipulieren und er schafft es!!! Das Buch „Die Masken der Niedertracht“ beschreibt seine Handlungen perfekt und Du kannst Dich in allen Fallen wiederfinden, in die Du getappt bist oder später auch erkennen, wenn Du auf dem Weg heraus bist. Gib Dir Zeit es zu verarbeiten, es dauert. Ich habe 9 Monate gebraucht, um aus meiner Erstarrung heraus zu kommen. Ein absoluter Beziehungsabbruch ist notwendig, reagiere auf nichts, Du machst es aus seiner Sicht so und so verkehrt, vergiss die Freunde, um die Du kämpfen musst, suche Dir neue, sonst rechtfertigst Du Dich kaputt. Die Details der Verletzung und Trennung erspare ich Dir, sie wurden auf vielfältige Weise hier schon beschrieben. Viel Glück!

18

Mittwoch, 11. April 2012, 14:02

Und wenn man all das dann verstanden hat, kann man diese Beziehung dann noch retten?

Ich habe festgestellt das ich in einer komplämentärnarzistischen Beziehung lebe, seit Jahren. Also jeder bestätigt den anderen. Kann man so eine Beziehung retten wenn beide bereit sind eine Therapie zu machen?

Ich mache eine. Aber das wird sicher nicht reichen. Oder wird es aus diesem Dilemma nur einen Ausweg "Trennung" geben?

19

Mittwoch, 11. April 2012, 14:36

Kann man so eine Beziehung retten wenn beide bereit sind eine Therapie zu machen?


Ich fürchte, das lässt sich nicht beantworten. Die Antwort liegt bei euch...in euch selbst.

Wollt ihr beide die Beziehung retten? Seid ihr beide bereit dafür etwas zu tun?
Es hat mE mit der Bereitschaft auf beiden Seiten zu tun. Obwohl das auch keine Garantie ist.

Grüße
skajar
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