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Rosebud

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201

Dienstag, 16. März 2010, 09:32

Hallo Jisatsu,

Es scheint mir eine gute Sache zu sein, wenn du dich nötigenfalls so verhalten kannst, dass die andern nicht gerade Muffensausen bekommen und dir jede Menge Ärger machen. Ich kenne nämlich jemanden, der das nicht hinkriegt und deswegen total diskriminiert wird. Also mach weiter so, wo nötig.

Nur, damit eine Therapie erfolgreich sein kann musst du ja wirklich Kontakt aufnehmen können. Und ich denke mir halt, dass es da eine wirklich erfahrene Fachperson braucht. Wie wäre es, wenn du welche, auch solche die weiter weg wohnen anschreibst und um Rat bittest? Gibt es nicht Psychiater, welche sich auch mit school-shootings auseinander gesetzt haben? Ich denke mir halt, du bist ein sehr spezieller Mensch, und brauchst für dich zugeschnittene Hilfe, hast die auch verdient. Ich schätze deinen Geist und was ich hier von dir lese sehr.

Wegen der einfachen Leute, die leichter Verständnis ernten: Ja, klar. Es sind unsichere und schwierige Zeiten, jeder ist froh, wenn der andere einfach gestrickt daherkommt, und ihn nicht daran erinnert dass er möglicherweise auch noch selber den einen oder andern Abgrund in sich birgt... Ich weiss, dass dich das wütend machen kann, aber es steckt auch Hilflosigkeit der Andern dahinter. Unkomplizierte Menschen beruhigen, da merkt man sich halt leichter was dazu.

Mich macht übrigens im Moment total sauer, wenn die Leute sich simple Dinge zu mir nicht merken können. Das empfinde ich als Interesselosigkeit.
Ohne Orientierungssinn sieht man viel mehr von der Welt

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202

Dienstag, 16. März 2010, 22:02

Also, sich bewusst in jemanden reinversetzen, funktioniert nicht, weil das eigene Unterbewusste nicht mitmacht. Das war wohl auch der Grund, warum in den verschiedenen Einzelfällen der "lange Marsch" nicht so erfolgreich war.

Nein, das ist richtig. Auf bewusstem Wege funktioniert das nicht. Das passiert ganz unterbewusst, wenn es passiert.
Bei mir ist der Mechanismus auch eingesfleischt, ich mach' das so gut wie immer, ohne das willentlich beeinflussen zu können. Ich nehm' auch meist Dinge vorher mit den Sinnen wahr, die ich erst etwas später in Worte fassen oder zuordnen kann. Sachverhalte, die mir erst später im Konkreten klar werden. Manchmal ist das fast etwas gruselig, schneller zu wissen, wie der Hase läuft, vor die meisten anderen...
... Denke aber, das hat ganz natürliche Ursachen. Irgendwo habe ich sogar 'mal gelesen, dass die Phrase "du stinkst vor Angst" gar nicht 'mal so ein großer Blödsinn ist. Das stimmt wohl sogar. Und, wenn das eigene Gehirn darauf traniert ist, dann kann es diese ganz niedrig ausgestrahlten nonverbalen Signale wahrnehmen.

Naja, ich finde, dass Extremisten in der Regel immer anderen Schuld geben und nicht bei sich suchen. Das ist ein Verhalten, das sowohl richtig als auch falsch sein kann. Falsch ist es, wenn sie es bei den aktuellen Kontakten tun. Richtig ist es, wenn sie nach den Ursachen für ihre Einstellung suchen.

Am besten ist es als Extremist, wenn man Augen und Ohren nach links und nach rechts weiterhin offen hält. Denn... alle Positionen haben ihr für und wieder. Selbst unseren politisch Rechten muss man häufig, bei den Problematiken, die sie ansprechen, etwas Recht geben. Obwohl man deren Position nicht mögen muss oder wofür sie sonst noch stehen.
Man muss sich aus allen Richtungen die Wahrheit zusammenpicken... Jede Position enthält nämlich irgendwo ihr kleines Körnchen Wahrheit.

Es scheint mir eine gute Sache zu sein, wenn du dich nötigenfalls so verhalten kannst, dass die andern nicht gerade Muffensausen bekommen und dir jede Menge Ärger machen. Ich kenne nämlich jemanden, der das nicht hinkriegt und deswegen total diskriminiert wird. Also mach weiter so, wo nötig.

Wenn man irgendwie überlebe will, dann wird man lernen müssen, seine Seele zu schützen... Und wenn man sich nicht ewig verstecken kann, dann muss man irgendwann einfach herausfinden, was "normal" ist. Also, was laut Soziokultur gängig ist.
... Irgendwo habe ich ein gewisses Gespür dafür, was normal ist und was nicht. Normal im Sinne von gesund. Und was in der Gesellschaft als "normal" gängig ist. Ich weiß nicht, woher ich das weiß, ich hab' dieses Wissen einfach.

Nur, damit eine Therapie erfolgreich sein kann musst du ja wirklich Kontakt aufnehmen können. Und ich denke mir halt, dass es da eine wirklich erfahrene Fachperson braucht. Wie wäre es, wenn du welche, auch solche die weiter weg wohnen anschreibst und um Rat bittest?

Einer ist mir da eingefallen, bei dem ich schon einmal war... Das war Dezember 2008. War einer aus Berlin. Hoffe nur, dass das 'was wird mit 'nem Termin in nächsterer Zeit (April wäre vollkommen in Ordnung)... Zu mindest bei dem hatte ich das Gefühl, dass ich über einiges reden kann, wo manch andere resignieren oder keine Ahnung mehr haben. War bei dem bloß das Problem, schon damals, behandeln könnte der mich nicht, weil der nur bis 18 zuständig ist, erweitert noch "junge Erwachsene (bis 21). :(
Aber, 'mal sehen. Danach weiß ich allerdings auch kaum mehr weiter.

Es sind unsichere und schwierige Zeiten, jeder ist froh, wenn der andere einfach gestrickt daherkommt, und ihn nicht daran erinnert dass er möglicherweise auch noch selber den einen oder andern Abgrund in sich birgt... Ich weiss, dass dich das wütend machen kann, aber es steckt auch Hilflosigkeit der Andern dahinter. Unkomplizierte Menschen beruhigen, da merkt man sich halt leichter was dazu.

Ja, das hat auch 'was an sich... Andere Menschen haben Angst davor, dass ihnen jemand vor die Flinte rennt, der sie an ihre eigenen Abgründe erinnert, und deshalb wollen sie ihn lieber so schnell wie möglich loswerden.

Mich macht übrigens im Moment total sauer, wenn die Leute sich simple Dinge zu mir nicht merken können. Das empfinde ich als Interesselosigkeit.

Eben genau das meine ich.
Und dass es nur an mir liegt, weil ich zu kompliziert bin ("ich muss einfacher werden" aus Sicht meiner Betrachter), das kann nicht stimmen, weil ich da aus der Vergangenheit sowie aus der Gegenwart Gegenbeispiele habe.
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Give me a new thrill
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203

Dienstag, 16. März 2010, 22:39

Hallo Jisatsu,

gute Idee, geh bei dem Psychiater mal vorbei oder ruf wenigstens an. Der kennt doch Kollegen.

Das mit den Signalen, die du wahrnimmst und dann daraus den Zustand der Leute ersehen kannst, das kenne ich auch. Hypervigilanz. Es ist total nichts Aussersinnliches, sondern winzige Details in Veränderung der Hautfarbe, der Mimik, der Stimmlage... und wie du kann ich meist auch erst im Nachhinein erfassen, was es denn war. Man könnte sagen, dasss ich öfter mal etwas weiss, bevor ich es weiss. Vor allem, wenn es Dinge sind, die ich eigentlich gar nicht wissen will. Jetzt arbeite ich daran, eine Wahrnehmung für mich zu entwickeln. :durchgeknallt: Wird langsam Zeit.

Wie alt bist denn du mittlerweile? Viel über 20 kannst du doch nicht sein, wenn ich mich richtig erinnere?
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204

Dienstag, 16. März 2010, 23:09

gute Idee, geh bei dem Psychiater mal vorbei oder ruf wenigstens an. Der kennt doch Kollegen.

Weiß jetzt nicht, was er genau war (vom Titel her), aber so lange es ausreicht, ist mir das alles irgendwie Jacke wie Hose.

Man könnte sagen, dasss ich öfter mal etwas weiss, bevor ich es weiss.

Jep, genau das. :thumbsup:

Vor allem, wenn es Dinge sind, die ich eigentlich gar nicht wissen will. Jetzt arbeite ich daran, eine Wahrnehmung für mich zu entwickeln. :durchgeknallt: Wird langsam Zeit.

Nun, das Problem hab' ich auch (wenn ich das jetzt richtig verstehe): Ich bin nicht doof, aber ich bin eine ganze Fuhre unsicher. :|

Wie alt bist denn du mittlerweile? Viel über 20 kannst du doch nicht sein, wenn ich mich richtig erinnere?

Steht drin im Profil, aber ich sag's trotzdem schwarz auf weiß: Gerade das Teeniealter verlassen. :lach:
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205

Dienstag, 16. März 2010, 23:30

Krankhaftes Mißtrauen gegen sich selber.

Hm, gut, ich muss zugeben, so ein gewisses Misstrauen mir selbst gegenüber besitze ich höchstwahrscheinlich ...

KRANKHAFTES oder NORMALES (Deiner Einschätzung nach)? Mißtrauen gegen sich selber ist per se nicht verkehrt - man trifft Entscheidungen immer vor dem Background seiner Erfahrungen und verinnerlichter Verhaltensmuster. Mißtrauen gegen sich selber ist das Hinterfragen der eigenen verinnerlichten Muster vor dem Hintergund NEUER Erfahrungen: STIMMEN meine Verhaltensmuster noch oder muß ich sie aufgrund NEUER Eindrücke überarbeiten? SOWEIT ist das ok und bringt einen vorwärts ...

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206

Dienstag, 16. März 2010, 23:36

KRANKHAFTES oder NORMALES (Deiner Einschätzung nach)?

Sowohl als auch. Das Krankhafte, was sich z. B. im real life in viel Unsicherheit äußert oder mangelnde Durchsetzungsfähigkeit äußert, ist mir des öfteren der Klotz am Bein (das andere ist wiederum sehr praktisch, um micht in eine narzisstische Falle von sich selbst zu geraten).
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