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1

Donnerstag, 18. Februar 2010, 11:10

Mutter bestreitet alles

Hallo ihr lieben,







habe vor einiger Zeit meine Mutter zur rede gestellt und ihr vorgeworfen mich damals seelisch gequelt und fast täglich als eine Art aggressionsabau Instrument missbraucht zu haben. Muss allerdings dazu sagen das wir heute ein fast normales verhältnis haben etwas distanziert aber respektabell. Was mir zu denken gibt ist das meine Schwester 7 Jahre jünger und ein ganz anderes Verhältniss zu ihr hat und sich gar nicht erinnern will das es für mich so schlimm gewesen sein soll. Jetzt weis ich von mir das ich dazu neige Ereignisse negativer und schlechter zu beurteilen als andere.

Jetzt zweifle ich ob ich die Situation von damals richtig eingeschätzt habe oder

meine Mutter sich eine Scheinreallität aufgebaut hat.



Allerding, dass ich mir das alles nur eingebildet haben soll,kann ich auch nicht recht glauben, denn wie ich glaube ist dass eins der Grunde das ich so geworden bin wie ich bin.



Wie soll ich nun verzeihen,wenn sie nicht ihr Fehler zugibt?, es fehlt mir der richtige Abschluss.



Hat jemand ehnliche Ehrfarungen gemacht ? Danke

2

Donnerstag, 18. Februar 2010, 14:14

Hallo Hellena,



meine Geschwister sind auch anderer Meinung und sie haben lange versucht, mir das Gegenteil meiner Empfindungen einzureden. Familien beinhalten oftmals nur ein "schwarzes Schaf" - auf welches, der gesamte Frust der Eltern abgeladen wird.



Traue deinen Empfindungen und zweifle nicht daran - das rate ich dir.



VG



Mariko
Grafikwald ... es dauert halt.

3

Donnerstag, 18. Februar 2010, 14:22

Nachtrag: Meine Mutter hat ebenfalls Alles bestritten und mir auch im Erwachsenenalter weiterhin seelisch zugesetzt. Anders als du habe ich den Kontakt abgebrochen und ich verspüre nicht das Bedürfnis, ihr zu verzeihen. Ich muss mit den Folgen ihrer seelischen Misshandlung klar kommen und was sie macht, ist mir egal.



VG



Mariko
Grafikwald ... es dauert halt.

4

Freitag, 19. Februar 2010, 10:57

Danke für dein Mitgefühl, es tut so richtig gut,



ich hatte auch lange hassgefühle gegenüber meiner Mutter und war nach narzistischer Manier unversönlich.

Irgendwann hatte ich dass Gefühl das mich der Hass aufrisst, ich war nicht der Mensch der verzeihen kann.

Vielleich ist mein Motiv egoistisch, aber ich binn der Meinung das der aufgestaute Hass nur mir selber schaden kann. Er kamm immer wieder hoch und maniefestierte sich in Magenkrämpfen und schlaflosen Nächten.

Also habe ich versucht meine Einstellung zu ändern und eine Art Verständniss für meine Mutter zu entwickeln, schliesslich hatte sie es bei meiner Oma auch nicht leicht.



Den Kontakt abzubrechen war für mich auch lange ein Thema, habe mich dann aber nie so richtig getraut oder überwunden .

Anfangs wollte ich sie dafür Leiden lassen das sie es mir so schwer gemacht hat, auch wenn es mir nicht leicht fellt , hat mich das Verzeihen persönlich weiter gebrach und dann ist es mir Wert auf die Rache zu verzichten.





Mariko ich hoffe das du trotz abgebrochenem Kontakt, denn es gibt auch Gränzen was man verdauen kann, für dich selber ein Abschluss gefunden hast. Denn es lebt sich schwerer mit unverdauten Lassten.

Es ist schon grausam wie einem die eigene Familie die Aussenseiterrolle oder sonstwas zuschiebt, gerade dann wenn man von den abhängig ist. Es ist schwierig wenn man so aufwechst später zu eigener Identität zu finden, ich hoffe dabei auf den Verstand und den Selbsterhaltungstrieb



Schönen gruss

5

Freitag, 19. Februar 2010, 12:15

Jetzt zweifle ich ob ich die Situation von damals richtig eingeschätzt habe oder

meine Mutter sich eine Scheinreallität aufgebaut hat.
Hallo Hellena,

vor kurzem gab es bei uns ein Familiengespräch, bei welchem meine Eltern wieder einmal beteuerten, wie gut ich es doch gehabt hätte und dass das wohl die Ursache meiner Probleme gewesen sei - ich hätte es einfach zu gut gehabt, sei zu sehr verwöhnt worden und dadurch zu empfindlich geworden. Mir tut es weh, das zu hören und es führt mich manchmal wieder zu (Selbst-)Zweifeln. Lange Zeit habe ich genaus so gedacht, hatte Schuldgefühle, weil ich so undankbar und so sensibel bin, obwohl meine Eltern mir doch alles gaben. Im Verlauf der Analyse ist mir zunehmend deutlicher geworden, was mir fehlte und warum ich noch als Erwachsene oft einen Mangel spüre und gerade in engen Beziehungen solche Schwierigkeiten habe. Stimmt, meine Eltern haben mir vieles gegeben, was sie wichtig fanden und was sie selbst nicht immer ausreichend hatten, da sie in den Kriegsjahren aufwuchsen - v.a. materielle Sicherheit und Zuwendung. Was mir aber fehlte und was ich lang gar nicht benennen konnte, war emotionale Sicherheit und Zuwendung: Dass sie sich für mich interessiert hätten, für meine Bedürfnisse, Phantasien, Ängste, Wünsche, Grenzen... - anstatt mir immer nur zu sagen, wie ich mich fühlen und verhalten soll, dass sie sich um Verständnis bemüht hätten, mir empathisch begegnet wären und mich so akzeptiert und gewertschätzt hätten, wie ich nun einmal bin - mit all meinen Stärken und Schwächen, statt mich zu bestrafen, wenn ich nicht ihren Erwartungen genügte, dass sie mir Halt, Trost und Geborgenheit geschenkt hätten, wenn ich mich als kleiner Mensch überfordert fühlte, statt mich noch mehr zu kritisieren, dass sie mich hätten meine eigenen Schritte/ Wege ausprobieren lassen, statt mir ihre Vorstellungen aufzudrücken, dass sie ihre Konflikte mit einander gelöst hätten, statt mich da einzubeziehen und von mir eine Positionierung zu erwarten, die ich nicht leisten konnte...

Meine Eltern würden diese Bedürfnisse wohl als Wohlstandswünsche ansehen. Verglichen mit ihrer Kindheit habe ich alles gehabt, haben sie gut für mich gesorgt, sich für mich (für uns Kinder insgesamt) sehr bemüht. Ich weiß das auch durchaus zu schätzen, aber leider hat es für mich nicht gereicht, um gesund und zufrieden leben zu können. Natürlich würde ich mich heute noch sehr freuen, wenn sie mir bedingungslose Zuneigung zuteil werden lassen würden oder wenn sie sogar Bedauern äußern würden, für die Dinge, vor die sie mich hätten schützen oder die sie mir sogar nicht hätten antun sollen. Aber mir ist klar, dass ich das von meinen Eltern nicht erwarten kann. Sie haben das ihnen mögliche für mich getan und dafür bin ich tatsächlich dankbar. Das, was ich außerdem gebraucht hätte, waren sie selbst nicht fähig zu geben.

Mir geht es schon sehr viel besser damit, wenn ich für mich mein Schicksal würdigen kann und nicht selbst immer wieder zweifle, ob ich überhaupt so fühlen darf und wenn ich für mich klar habe, dass das (ausgebliebene fürsorgliche oder auch tatsächlich schädigende) Verhalten meiner Eltern nichts mit mir, meiner Liebenswürdigkeit zu tun hat, sondern mit dem Mangel meiner Eltern. Und froh bin ich, dass sich zumindest ein kleiner Teil dessen, was so schmerzlich fehlte, sich nun nachholen und mich reifen läßt...!

Viele Grüße von Leerlauf!
"Heilung ist das Umarmen dessen, was man am meisten fürchtet. Heilung ist das Öffnen dessen, was verschlossen war, das Weichwerden dessen, was zur Blockade verhärtet war. Heilung besteht darin zu lernen, dem Leben zu vertrauen." - Jean Achterberg

6

Freitag, 19. Februar 2010, 13:19

Hallo Hellena,



ich hasse meine Mutter nicht und weiß auch, dass sie ein Opfer ihrer Kindheit ist. Der kontaktabbruch dient meinem Selbstschutz. Sie ist und bleibt eine Tyrannin und kann es nicht lassen, mich seelisch unter Druck zu setzen. Eine Erkenntnis ihrerseits wird es wohl nicht geben und ich habe für mich beschlossen, dass sie mit ihrer Schuldübertragung nicht weitermachen darf. Mir geht es damit besser, aber das muss jeder für sich entscheiden.



Besser rübergekommen?



VG



Mariko
Grafikwald ... es dauert halt.

7

Freitag, 19. Februar 2010, 13:39

Und schon wieder ein Nachtrag: :-)



In meinem Fall handelt es sich nicht um Rache. Ihr mag es jetzt schlecht gehen, aber damit muss sie alleine klar kommen - Eigenverantwortung...war nie ihre Stärke.



VG



Mariko
Grafikwald ... es dauert halt.

8

Montag, 22. Februar 2010, 11:57

Hallo Leerlauf,

Meine Kindheit ist in etwa auch so abgelaufen, ich zweifle häufig oder fühle nicht meine wahren Gefühle.

Meine Eltern werfen mir vor zu hohe Erwartunge an sie gehabt zu haben und zu sensibel zu sein, wo sie sich so bemüht haben mir das möglichste zu geben und das ich gar nicht weiss was strenge Eltern sind siehe Opa und Oma.Es scheint ein häufiges Muster zu sein.



Heute bin ich etwas weiter aber noch nicht ganz angekommen, ich wünschte ich könnte auch diese Zweifel besiegen



viele Grüsse

9

Montag, 22. Februar 2010, 12:10

Hallo Mariko



Den Kontaktabruch kann ich voll und ganz verstehen es bringt nichts wenn mann gegen die Windmühllen ankämpft, trotzdem gut das du so heute über deine Mutter denkst.

Ich hatte von meinem Hass auf meine Mutter gesprochen, den ich damals hatte, heute finde ich dass unangenehm und beschämend, habe aber beschlossen offen und ehrlich mit dieser Problematik hier umzugehen, denn nur das bringt mich weiter,



viele liebe Grüsse

10

Montag, 22. Februar 2010, 20:43

Hallo allerseits,

ich denke, es ist keine Schande Fehler zu machen. Sowieso, wenn man durch die eigene Kindheit schwer "beladen" ist, was ich nun schon in einigen Beiträgen über die Elterngeneration gelesen habe.

Was ich allerdings UNERTRÄGLICH finde ist:
1.) wenn man den anderen (also sein eigenes Kind) abspeist mit diesem "Ich tat alles für dich, was ich zu geben in der Lage war!" Ohne einen Anhang, der die Gefühle des "Kindes" würdigt, ist das m.E. eine Abfuhr in hübscher Verpackung.
2.) Auf die gleiche Weise kommen Kommentare daher wie etwa "Was willst du eigentlich? ICH hatte es doch viel schlimmer!!!", ebenso wie oben genannte "Verwöhnungstheorien".
Beiden Verhaltensweisen ist die Unfähigkeit oder der Unwille anzumerken, auf den Menschen gegenüber einzugehen, sich auf den anderen einzulassen und somit auch den Verletzungen nachzuspüren. Stichwort: "Empathiefähigkeit"!

Ich denke schon, dass man das von Eltern erwarten kann!!! Zumindest irgendwann in ihrem Leben...

Unerbittlichst :kampf:

Yelsomina

P.S.: Die perfekte Erziehung gibt es nicht. Jeder kann nur bestimmte Dinge weitergeben, die beim Kind mal mehr , mal weniger Schaden anrichten. Aber sich einzugestehen, dass man nicht perfekt war und sein Bedauern und Mitgefühl glaubhaft zu äußern, sollte jeder in der Lage sein.
Auf der anderen Seite wünsche ich all diesen Eltern dann Kinder, die vergeben können - irgendwann!

11

Montag, 22. Februar 2010, 21:10

Hallo Hellena,



ja, hassen bringt nichts. Wenn man hast wird man von innen aufgefressen und man schadet sich somit selbst.



Du schreibst, dass du eine gesunde Distanz zu deiner Mutter hast und auch noch Kontakt. Wenn das geht, dann behalte dies bei. Wenn ich dir jedoch einen Rat geben darf, dann versuche nicht, sie davon zu überzeugen, was sie dir Alles in der Kindheit angetan hat. Ich weiß nicht wie alt deine Mutter ist, aber bei meiner habe ich es auch versucht und es lohnt sich nicht, weil sie unreflektiert ist, nicht erkennt was sie getan hat, sie niemals Schuld übernehmen wird und immer noch denkt, dass alle Anderen schuld sind.



Wenn ich ihr den kleinen finger anbieten und Kontakt zulassen würde, dann würde sie die ganze Hand nehmen und sich mit ihren Werkzeugen - Manipulation, Kontrolle, Macht, Dankbarkeitserwartungen, Vorwürfen - wieder massiv in mein/unser Leben einmischen. Wenn ich dann nicht spuren würde, dann würde sie es bei meinen Kindern versuchen.



Meine Geschwister machen da noch mit und als ich vor dem Kontaktabbruch das Letzte mal dort war, musste ich feststellen, dass sich diese kranke Linie bei meinen Geschwisternfortsetzt. Sie funktionieren so wie die Diva das möchte. Sie erziehen ihre Kinder so wie die Diva uns erzogen hat, sie kriechen ihr in den A... etc. - man erkennt eindeutig, dass es weitergehen wird.



Aber...nicht bei uns! :-)



Viele Grüsse



Mariko
Grafikwald ... es dauert halt.

12

Montag, 22. Februar 2010, 21:15

Die perfekte Erziehung gibt es nicht. Jeder kann nur bestimmte Dinge weitergeben, die beim Kind mal mehr, mal weniger Schaden anrichten. Aber sich einzugestehen, dass man nicht perfekt war und sein Bedauern und Mitgefühl glaubhaft zu äußern, sollte jeder in der Lage sein.
Und was ist mit denen, die Mitgefühl nie kennen gelernt haben, es also auch nicht lernen konnten, was Mitgefühl ist?
So wie du es beschreibst, werden diese Menschen dann abgeurteilt, für etwas, was sie nicht können.

Ich wünsche eher den Kindern, dass sie vergeben können, sonst können sie auch nicht lernen Mitgefühl zu zeigen und die Spirale setzt sich fort.
Am meisten fühlt man sich von der Wahrheit getroffen,
die man sich selbst verheimlichen wollte.

Friedl Beutelrock

13

Dienstag, 9. März 2010, 12:07

Hallo zusammen!

ich bin neu hier und habe mich soeben das erste Mal reingelesen.Mein Therapeut hat mir vorhin empfohlen mal unter Narzissmus im Netz nachzuschauen.Bin nun in diesem Forum gelandet.
Also ich habe auch so eine Mutter, wie sie Mariko beschreibt,habe auch in der Kindheit so einiges erlebt.Seit 2006 habe ich auch den Kontakt abgebrochen und versuche nun ein eigenes Leben aufzubauen, nicht mehr bestimmt von meiner Mutter.Das ist zwar nicht einfach,aber es geht voran.
Ich habe bis vorhin noch nicht gewußt, dass es so ein Forum überhaupt gibt, dachte mir geht es nur allein so. :S
Ich kann auch demnächst mal meine Geschichte kurz erzählen,wenn es jemanden interessiert?!

Liebe Grüße!
Kerstin


Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her!

14

Dienstag, 9. März 2010, 19:31

RE: Hallo zusammen!

Hallo Kerstin,
Ich kann auch demnächst mal meine Geschichte kurz erzählen,wenn es jemanden interessiert?!

das könntest Du zum Beispiel in der Rubrik "Mitglieder stellen sich vor" tun, aber gerne auch woanders. Wenn nicht umgehend Antworten kommen, heißt das nicht, dass es keinen interessiert. Manchmal dauert es, oder man muss einen neuen Versuch starten. Manchmal löst man aber auch seitenlange spannende Diskussionen aus....

Herzlich Willkommen hier!

Paula
Wenn jemand spricht
wird es hell
(S. Freud)

15

Mittwoch, 10. März 2010, 14:49

Hallo Kerstin,



wenn ich meinen Freunden von meiner Mutter erzähle, dann können sie es kaum glauben, weil sie so etwas nicht kennen. Mein Partner hat mir geglaubt, weil er ähnliche Exemplare in seiner Familie hat. Richtig nachvollziehen konnte er es allerdings erst nachdem er das volle Programm bei unserem letzten Besuch dort erlebt hat. Das muss man einfach erlebt haben und Erzählungen unsererseits wirken auf Nichtbetroffene wahrscheinlich unglaubwürdig. Ich dachte auch immer, dass ich damit alleine dastehe, aber wie man hier sieht, ist es nicht so. Du wirst sicherlich viele Zuhörer finden.



Willkommen!



Mariko
Grafikwald ... es dauert halt.

16

Mittwoch, 10. März 2010, 16:49

Wie soll ich nun verzeihen,wenn sie nicht ihr Fehler zugibt?, es fehlt mir der richtige Abschluss.


Es gibt keinen Abschluss, bei dem Dir Deine Mutter helfen könnte.

Hallo!
Unlängst habe ich hier geschrieben, weil ich ähnliches erlebt habe mit meiner Mutter.
Nun, meine Mutter wollte das auch nicht hören, sprach wochenlang kein Wort mehr mit mir.
Ich lese hier gerade in vielen Beiträgen, dass doch einige Menschen hier auch genau das gleiche Problem haben...Eltern wollen eben nix davon hören, was sie für einen Eindruck auf uns gemacht haben und sind gar böse, wenn man mit Vorwürfen kommt. Und das sind es, Vorwürfe. Damit kann wohl kaum ein Mensch gelassen umgehen....
Ich glaube mitlerweile, es macht keinen Sinn, mit Eltern irgend etwas aufarbeiten zu wollen, dass man ja nur selber so erlebt hat.
Ja, sie lebten und leben wohl immer in einer anderen Welt, als man selber und ihr Blickwinkel ist ein völlig anderer.
Vielleicht sollte man sich wirklich als letztes Glied in einer langen Reihe von Generationen sehen, die gelitten haben.
ICH bin es also, die ganz alleine ein Problem hat und es auch in die ZUKUNFT blickend zu bearbeiten hat und das eben GANZ ALLEINE.
Es hat langelange gedauert, bis ich das begriffen habe.
Ich arbeite daran, nach VORNE zu blicken. Natürlich bespreche ich mit der Therapeutin Ereignisse aus meiner Kindheit, aber immer lösungsorientiert für meine Zukunft.
Ich kann mit meinen Eltern im moment ganz gut umgehen und lasse es gar nicht mehr zu, dass ich in eine missliche Lage gerate. Vorher ziehe ich mich zurück.
Auch übe ich mich extrem in Smalltalk, nur das funktioniert gut mit ihnen.
Andernfalls müsste ich den Kontakt abbrechen, aber ich habe gesehen, dass ich jetzt eben erwachsen bin und mich auch so verhalten muss. Das heißt, dass auch sie nicht mehr mit mir umgehen können, wie sie es früher taten. Und sie geben sich doch gerade Mühe mit mir, beschenken mich nett und tun alles erdenkliche für mich, wenn ich nur piep mache.
Das macht die Sache für mich gerade natürlich leichter, loszulassen. Ich hatte wegen des großen Streits mit ihnen unlängst den Kontakt tatsächlich abgebrochen... das war sehr hart für mich und ich habe gelitten..... und so merkten sie, dass ihnen das gar nicht gefällt, weil sie ja auch die Enkelkinder so sehr mögen.
So haben sie eingelenkt und ja, das ist auch nicht so einfach gewesen! Ich komme nämlich gar nicht gut klar, beschenkt zu werden.....

Ehrlich gesagt gibt es so einige Ereignisse in meinem Leben, die mir heute noch ganz schrecklich nahe gehen oder die mir peinlich sind, die ich aber gar nicht mehr besprechen kann, weil ich keinen Kontakt mehr zu den betreffenden Menschen habe. (Dieses Glück :S hat man mit Eltern oder Geschwistern nicht, denn die bleiben einem einfach bis ans Lebensende und schauen einen ins Gesicht.)
Das muss ich ja auch einfach loslassen, dran denken, aber einfach von "oben" betrachten. Das ist Vergangenheit. Meine Güte, was habe ich schon alles verbockt.......und es wird noch vieles kommen, für das ich schon vorsorglich rot werden kann.
Ich habe ein sehr buntes wildes Leben und meine Eltern sind nur ein Teil davon. Das halte ich mir stets vor Augen.

brainstorm
Ich bin sicher, dass mein Körper noch nicht alle Bewegungen gemacht hat.
Denn es muss eine geben, die in Fliegen übergeht.
(Günter Eich- Notizblatt eines Tänzers)

17

Freitag, 12. März 2010, 17:35

Hallo nochmal,

wie schon geschrieben, bin ich noch ziemlich neu hier. Da ich mich erstmal etwas reingelesen habe und entdeckt hab, dass es noch mehr gibt, die auch so eine narzisstische Mutter haben, will ich meine geschichte mal grob erzählen.Zwar kann ich nicht jedes detail aufzählen, denn dann würde ich bestimmt ewig an dieser Mail sitzen.Aber dass kann ich ja später immer noch machen, wenn jemand näheres wissen will.
Also da ich jetzt erst erfahren habe, das die Störung, die meine Mutter hat, Narzissmus ist,kann ich mir endlich mal ein Bild machen, denn ich wußte bisher nicht wie ich das alles zuordnen sollte.
In meiner Kindheit war meine Mutter auch schon so wie es einige von euch beschrieben haben.Ich habe mich nur immer gfragt, wieso meine Schulkameraden sagten, das meine Mutter komisch sei.Es gab keine Mutter-Tochter Beziehung so wie sie eigentlich sein sollte.Als kleines Kind ging das ja mal noch alles, aber dann als ich in die Pubertät kam wurde es immer schlimmer.Nur noch Vorwürfe, Drohungen (sogar Ohrfeigen) neidisch auf alles usw.

Mein Vater hatte mich obendrein als ich ca.15 war sexuell belästigt.Das war schonmal ein Schock für mich über den ich nie reden konnte, sondern verdrängt habe.War dann mal bei unserem Pfarrer (bin Christ) und der hat mir bei einem Seelsorger-gespräch erstmal die Augen geöffnet, so dass ich darüber heute gut reden kann.

Mit 18 bin ich dann schleunigst von zu hause ausgezogen,was das Beste war.Habe dann meine Tochter mit 20 bekommen und geheiratet. Leider ging diese Ehe schief, mein Ex hat sich nach 8 Jahren eine andere gesucht.Wahrscheinlich, weil ich damals schon psychisch etwas mitgenommen war.Hatte auch mal eine ziemliche Depri, d.h.Angsstörung und mußte Antidepressiva nehmen.
Meine Mutter hat mir trotzdem weiterhin seelisch immer wieder zugesetzt.Als mein Vater 1996 an Darmkrebs starb,ging es mit ihr nochmehr bergab.Sie bakam schlimme Depressionen und versuchte sich 1999 das Leben zu nehmen mit tabletten.Daraufhin kam sie in die Psychiatrie.Ich hatte damals aber nicht so viel damit zu tun ,weil sie ihr damaliger Freund gefunden hatte.Sie hatte sich dann zwar wieder etwas stabilisiert und wir konnten einigermaßen miteinander umgehen.

Dann habe ich 2005 wieder neu geheiratet und das konnte sie wohl so gar nicht ertragen.Denn knapp einen Monat später beging sie erneut einen Suizidversuch.Diesmal war es total schlimm für mich, weil ich sie gefunden habe.Total der Schock, war fast wie gelähmt!Dann das ganze Programm.Nervenklinik,Betreuung zu hause durch eine Pflegerin,ständige Angst und Sorgen,sie könne sich erneut etwas antun.Ich bin dabei selbst fast verrückt geworden.Dann habe ich sie in ein Betreutes Wohnen gesteckt, weil sie daheim ( übrigens ca.20 Km von mir entfernt) nicht mehr allein bleiben konnte.
Nach einigen Besuchen dort, bei dem immer wieder nur Vorwürfe usw kamen und es sich alles nur um sie drehte,habe ich dann 2006 den Kontakt abgebrochen, denn mir ging es selber sehr schlecht.
Ich hatte ein halbes Jahr danach schlimme Schmerzen im Bauch, bin dann Anfang 2007 operiert worden und man hat Endometriose festgestellt.Was das ist und wen es interessiert kann mal nachschauen unter www.endometriose-forum.de
Ja, sie hatte aber immer wieder versucht mit mir Kontakt aufzunehmen, was ich immer abgeblockt habe.Es geht mir jetzt ganz gut damit ,mache auch eine Threapie.Habe allerdings Weihnachten mal durchgerungen, sie anzurufen, weil ich mich einigermaßen stabilisiert habe.Aber da kamen sie wieder, die Vorwürfe und Anschuldigungen.Tja und da hab ich mir gedacht, es bringt nichts!Sie ändert sich doch nie!Also lasse ich es dabei.keinen Kontakt mehr.Es ist wie Mariko schreibt wirklich zum Selbstschutz, damit ich nicht selber "vor die Hunde gehe"! :kampf:

So das war mal "grob" meine Geschichte.Ihr könnt mich gern noch fragen, ich erzähle es euch.

Liebe Grüße und euch ein schönes WE!
Kerstin :|


Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her!

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