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61

Mittwoch, 3. März 2010, 17:21

Hallo peppo,

zu Deiner bisherigen Therapieerfahrung:
Wenn man zu einem Therapeuten keinen Draht hat und es Mißverständnisse gibt, dann ist der Wert der Therapie in Frage gestellt und man ist besser beraten, wenn man sich einen neuen Therapeuten sucht.

Zum Geschlecht des Therapeuten:
Zu meiner ersten Therapeutin hatte ich einen guten Draht und ich fühlte mich verstanden. Sie kam aber bedauerlicherweise ebenfalls auf den Gedanken, dass ich mit meiner Problematik bei einem männlichen Therapeuten besser aufgehoben wäre. Ich habe es daraufhin bei einem Therapeuten probiert und es war ein Fehlschlag. Ich hätte mich damals nicht darauf einlassen sollen. Denn wie heißt es so schön: Never change a running system.

Jetzt habe ich wieder eine Therapeutin gefunden. Ich habe vorher viel über das Für und Wider bezüglich Therapeut/Therapeutin gelesen und mich besprochen und bin zu dem Ergebnis gelangt, dass das Geschlecht des Therapeuten keinen Ausschlag für eine erfolgreiche Therapie gibt. Wichtg ist nur, dass Du Dich dort verstanden und aufgehoben fühlst, damit Du Vertrauen zu dieser Person fassen kannst, dass die Wellenlänge zwischen euch stimmt und dass diese Person ihren Job professionell und kompetent erledigt.

Das wird aber die kommende Thera klären. Ich schaff das für mich alleine ohnehin nicht, der Sache ob überhaupt notwendig dann auch auf den Grund zu gehen.

Es scheint mir, dass Dich die Fragen die Du Dir stellst an die gleiche Grenze stoßen lassen wie mich. Aus dem gleichen Grund ist für mich die Zeit für eine neue Therapie gekommen.

Ja, die ganze Thematik ist so irre komplex und vielseitig, auch ineinandergreifend. Dennoch, auch wenn mühsam teilweise sehe ich es als etwas Gutes an mich damit zu beschäftigen. Beinahe als Zuwendung zu sich selbst :-)

Als ich vor zweieinhalb Jahren anfing, mich mit mir selbstreflektorisch zu beschäftigen, war ich orientierungslos. Mittlerweile sieht es so aus, das mir mein Problemkomplex wie eine Hydra erscheint. Sobald man einen Kopf abschlägt, also glaubt, ein Problem erkannt oder gelöst zu haben, wachsen zwei neue Köpfe nach. Ein weiterer guter Grund für eine neue Therapie.
Ich versuche es so zu sehen, dass ich die Zuwendung von der Du sprichst, meinem Ich, meinem inneren Kind zu geben versuche. Allerdings haben sich bei mir noch keine nennenswerten Erfolge eingestellt.

62

Donnerstag, 4. März 2010, 17:45

Hy Blackbird,

ohne mir alle Beiträge durchgelesen zu haben, tippe ich auf Introjektion, d.h. ein Teil deines Selbst ist durch einen Teil deiner Mutter ersetzt worden, sie hat dich innerlich weg gedrängt und sich dort in dir breitgemacht, wo eigentlich dein "ich" hingehört. So lange sie ein innerer Teil von dir ist, bist du sozusagen überschrieben, kommst an deine wahren Gefühle ihr gegenüber nicht ran.
Außerdem hast du als Kind sicherlich keine negativen Gefühle gegenüber deiner Mutter empfinden dürfen, also Wut, Hass, Zorn usw., sondern musstest das runterschlucken, damit sie dir nicht ihre "Liebe" entzieht und du weiterhin der verantwortungsvolle Mann im Haus bleibst.

Es ist nur mein Erklärungsansatz. Es tut mir zudem sehr leid, was dir passiert ist. Ich selber kenne übrigens dieses Problem mit der Wut auf die Mutter auch. Habe seit einigen Jahren keinen Kontakt mehr, renne immer mit einer ungeheuren Aggression gegen alles und jeden im Bauch rum, aber da wo sie herkommt, kann ich sie nicht hintragen. So langsam gehts aber.

alles liebe :blume:

63

Dienstag, 9. März 2010, 11:16

Hallo miteinander!
Also im Sinne von vermindertem Selbstwert oder Ungenügsamkeit/Unzulänglichkeit gepaart mit Verlassenheitsangst?
Ja das ist immer deutlicher mein Hauptproblem. Besonders diese leicht paranoide Angst, sich vor anderen bloss zu stellen, ausgelacht zu werden, von oben herab geringschätzig betrachtet zu werden, und eben die Angst verlassen zu werden. Einfach nur die Tatsache von jemandem nicht mehr gemocht, sondern geringschätzig betrachtet zu werden, ist mir unerträglich. Kennt das sonst noch jemand??????
Doch. Aber nur dann, wenn ich neidisch oder eifersüchtig auf ihn war, nicht, um mich aufgrund meiner eigenen Problematik aufzuwerten....
Bei mir hingegen habe ich im Nachhinein den Eindruck, dass alle Anwesenden davon ausgingen, dass ich nur aufgrund meiner bloßen Existenz zufrieden sein müsse und keinerlei Aufmerksamkeit und Zuwendung benötige.

Das war sicher auch immer der Hauptauslöser für meinen Bruder, mich runterzumachen. Mit der Zeit scheint es sich so entwickelt zu haben, dass es nur noch die schlechten Momente zwischen uns gab, und die guten, welche wir bis wir etwa 10 und 6 waren, verloren gingen. Ehrlich gesagt würde ich gerne mehr von dir hören wie du deinen Bruder wahrgenommen hast, was er dir bedeutet hat als ihr noch jünger wart und vielleicht auch später und jetzt. Ich kann mit meinem Bruder über solche Dinge nicht reden drum interessiert mich das sehr.
ohne mir alle Beiträge durchgelesen zu haben, tippe ich auf Introjektion, d.h. ein Teil deines Selbst ist durch einen Teil deiner Mutter ersetzt worden, sie hat dich innerlich weg gedrängt und sich dort in dir breitgemacht, wo eigentlich dein "ich" hingehört. So lange sie ein innerer Teil von dir ist, bist du sozusagen überschrieben, kommst an deine wahren Gefühle ihr gegenüber nicht ran.
Das ist sehr interessant. Ich lese gerade etwas über Objektverlustangst und habe eben folgendes gelesen: "Durch pathognomonische Introjektion wird Objekt, dessen narzißtische Zufuhr verlangt wird, einverleibt. Realer Verlust des Obj. wird so ungeschehen gemacht, indem ein Teil des Ichs zu diesem Objekt wird. Nach narzißtischer Identifizierung geht Kampf auf intrapsych. Ebene weiter (Ich vs. Überich). Sadismus, der urspr. dem Obj. gegolten hat, wird gegen Ich gerichtet. Verursacht Qualen der Depression." (Quellenangabe: w.skriptenforum.net/images/1/1f/Tiefenpsychologie-2.doc). Ist die Introjektion der Objekte nicht ein gesunder Vorgang, der nur zu Krankheit führt wenn das Objekt z.B. sadistisch war oder einfach ein Arschloch? Oder ist eine solche Introjektion immer krankheitsverursachend? Wer weiss mehr? Ich versteh das noch nicht ganz.
Die Angst vor Objektverlust hat bei mir glaube ich auch recht viel mit unbewusster Agression gegen das Objekt zu tun. Angst und Schuld wegen der Agression, was dazu führt dass ich mich schlecht fühle und dann auch noch die Projektion der Agression auf die Objekte was diese natürlich angsteinflössend werden lässt.
Soviel von mir für den Moment :wacko: .
Grüsse
Narciss

64

Dienstag, 9. März 2010, 14:46

Hallo Leute.

Mittlerweile glaube ich, dass ich in diesen Momenten quasi dekompensiert oder regrediert funktioniere. Und somit mein wahres selbst, das völlig unentwickelt ist und für eine Situation wie ein Vorstellungsgespräch überhaupt nicht gewappnet ist, also völlig überfordert ist. Kohuts Theorie finde ich für mich da recht passend.

Das ist sehr interessant und würde vieles erklären. Z.B. Überforderung, Lust- und Orientierungslosigkeit, die Leere während der depressiven Phase die ich als anders und als schwerer zu ertragen empfinde, als die übliche innere Leere.
Ein Kind oder ein verkümmertes Ich sind natürlich nicht in der Lage, sich diesen Erwachsenenaufgaben zu stellen und sie zu bewältigen.
Diese Aufgabe übernimmt ansonsten wohl - zumindest bei uns - das Größenselbst.

Noch kurz eine Anmerkung:
Ich muß mit diesen ganzen psychologischen Begriffen und Definitionen wirklich sehr aufpassen, da ich hier einiges wild vermische und durcheinanderwürfele. Meiner Therapeutin ist das in unserem ersten Gespräch aufgefallen und wir mußten erst einmal abklären, wer von uns welche Definition wofür benutzt. Ich bitte diesbezüglich um Nachsicht bei mir.

Und ich denke auch, dass die narzisstische Unterstützung in so einem Gespräch wichtig ist. ich denke ich erhalte dann narzisstische Zufuhr, was mich dann wieder aufbaut. Und ich denke eben, da liegt das Zentrum: ein schwaches Selbst, dass narzisstische Zufuhr von aussen braucht (im Übermass), das nicht gelernt hat zu kompensieren auf gesunde Weise.

Das sehe und kenne ich auch so, dass es sich um für mich notwendige Selbstbestätigung von außen handelt. Davon kann ich mich (noch) nicht freimachen. Wenn ein so geartetes Gespräch stattfindet, dann kann mich das wahnsinnig aufbauen und euphorich werden lassen. Allerdings hält so etwas, wie bei narzistischer Zufuhr üblich, nicht lange vor und dann braucht man die nächste Dosis. Und wenn die dann nicht kommt, wird es wieder finster.

Einfach nur die Tatsache von jemandem nicht mehr gemocht, sondern geringschätzig betrachtet zu werden, ist mir unerträglich. Kennt das sonst noch jemand??????

In meinem jetzigen depressiven Zustand auf jeden Fall. Wenn so etwas vorfällt, dann werde ich noch deprimierter.
Wenn es mir besser geht, dann ist diese "Angst"? (ich nenne dieses Gefühl in Ermangelung einer besseren Bezeichnung jetzt mal so) vor der Geringschätzung Anderer nicht ganz so stark und falls ich sie empfinde, reagiere ich mit Wut, Arroganz und Abwertung auf die andere Person.
Bei mir hängt es aber auch noch davon ab wer sich mir gegenüber vermeintlich oder real geringschätzig verhält. Es gibt Menschen, bei denen ist es mir egal... weil ich sowieso auf sie herabschaue und sie von vornherein schon abgewertet habe. Das ist kein feiner Charakterzug an mir, aber so ist es leider nun mal.

Ehrlich gesagt würde ich gerne mehr von dir hören wie du deinen Bruder wahrgenommen hast, was er dir bedeutet hat als ihr noch jünger wart und vielleicht auch später und jetzt.

Mein Bruder hat mir in einem Gespräch vor einigen Jahren mitgeteilt, dass ich für ihn der Vater gewesen bin, den ich selbst nie gehabt habe. Ich habe mich für ihn verantwortlich gefühlt, fast oder vielleicht genau so, wie ein Vater für seinen Sohn.
Ich habe auf ihn aufgepaßt, Hausaufgaben mit ihm gemacht, ihn beschützt, andere Jungs verprügelt, die ihn verprügeln wollten und wir haben viel zusammen gespielt und unternommen und uns auf freundschaftlicher Ebene gut verstanden. Gestritten und geprügelt haben wir uns natürlich auch aber wir hatten auch viel zusammen zu Lachen, weil wir einen ähnlichen Humor haben.

Dieses Verständnis ist eigentlich bis heute geblieben. Irgendwann in der Pubertät sind wir dann verstärkt eigene Wege gegangen und nach dem ich von zu Hause ausgezogen und später dann in eine weit entfernte Stadt gezogen bin haben wir einige Male im Jahr telefoniert. Gesehen haben wir uns dann eigentlich nur noch, wenn ich meine Zwangsbesuche "zu Hause" absolviert habe.

Zum Jetzt hatte ich schon geschrieben, dass und warum wir zur Zeit keinen Kontakt haben.

Das ist sehr interessant. Ich lese gerade etwas über Objektverlustangst

Ich stimme Dir zu, es ist interessant. Mir ist im Moment nur nicht danach, mich in solch schwere Kost einzulesen. Das einzige, was mir im Moment dazu einfällt ist, dass ich in diesem gegen das Ich gerichteten Sadismus mangelnde Selbstliebe, Selbstschädigung und ein sich-selbst-fertigmachen zu erkennen glaube. Ich kann mich allerdings auch täuschen.

VG
Blackbird

65

Mittwoch, 10. März 2010, 21:48

Hallo Blackbird, Entschuldigung dass ich so spät erst zurück schreibe.



Zum Geschlecht des Therapeuten:
Ich hätte mich damals nicht darauf einlassen sollen. Denn wie heißt es so schön: Never change a running system.


Hast Du die Ursachen für die Empfehlung mit ihr besprochen? Ich frage das deshalb, weil ich ebenfalls diese Empfehlung bekam ohne danach zu fragen. Wohl weil ich insgeheim mich mit so einem Gedanken bereits anfreundete.

Ich war eigentlich nur ein wenig verunsichert durch dies Antwort meines Hausarztes, dass ich einen Mannbevorzugen würde und es ja "statistisch unüblich" wäre ... Dennoch entschied ich mich für eine Frau, welche mir aber recht schnell sagte, dass ich wohl für den Beginn bei einem Mann besser aufgehoben wäre.



Jetzt habe ich wieder eine Therapeutin gefunden. Ich habe vorher viel über das Für und Wider bezüglich Therapeut/Therapeutin gelesen und mich besprochen und bin zu dem Ergebnis gelangt, dass das Geschlecht des Therapeuten keinen Ausschlag für eine erfolgreiche Therapie gibt. Wichtg ist nur, dass Du Dich dort verstanden und aufgehoben fühlst, damit Du Vertrauen zu dieser Person fassen kannst, dass die Wellenlänge zwischen euch stimmt und dass diese Person ihren Job professionell und kompetent erledigt.


Sehe ich grundsätzlich genauso. Meine Tendenz rührt wohl vermehrt von dem Interesse und der Erkenntnis her, dass ich kein wirkliches Vaterbild habe. Zumindest eines (Stiefvaters) das ich vehement ablehne.

Zitat


Es scheint mir, dass Dich die Fragen die Du Dir stellst an die gleiche Grenze stoßen lassen wie mich. Aus dem gleichen Grund ist für mich die Zeit für eine neue Therapie gekommen.

Ich war früher so, dass ich durchaus mir immer wieder so manche Frage stellte und mir selbst Antworten darauf gab. Auch solche, die vielleicht nicht am angenehmsten waren. Dennoch denke ich, dass eine ganze Menge an Fragen da sind seit ich mich ein wenig tiefer mit meiner Vergangenheit auseinander setze und diese nicht mehr beantworten kann, auch nicht in einer Endlosschleife hängen möchte, weil diese teilweise wiederkehrend sind.

Zitat


Als ich vor zweieinhalb Jahren anfing, mich mit mir selbstreflektorisch zu beschäftigen, war ich orientierungslos. Mittlerweile sieht es so aus, das mir mein Problemkomplex wie eine Hydra erscheint. Sobald man einen Kopf abschlägt, also glaubt, ein Problem erkannt oder gelöst zu haben, wachsen zwei neue Köpfe nach. Ein weiterer guter Grund für eine neue Therapie.

Das kenne ich auch. Beinahe eine Art Zerreisprobe. Antworten als Besänftigung bis sich diese als nicht wirklich zufriedenstellend herausstellen. Kann ein ziemliches Hin und Her sein, auch wenn der Prozess der Lernkurve wiederum enorm gut tut. [/quote]



Zitat

Ich versuche es so zu sehen, dass ich die Zuwendung von der Du sprichst, meinem Ich, meinem inneren Kind zu geben versuche. Allerdings haben sich bei mir noch keine nennenswerten Erfolge eingestellt.


Das sehe ich genauso und hole mir das immer wieder hervor, mein inneres Kind in solchen Situationen bei der Hand zu nehmen. Besonders bei Emotionen wie Wut und Angst. Ich merke schon eine Veränderung an mir. Ein Gefühl von Sicherheit und Zufriedenheit, aber das hält leider nie lange an. Spätestens bei Drucksituationen macht sich da schnell die Rationalität breit bis sich über die Dauer das chronische Gefühl an Unwohlsein nicht mehr zu bändigen ist.

Alles Gute für die neue Therapie Blackbird! :-)
Peppo
Ein positiv denkender Mensch weigert sich nicht, das Negative zur Kenntnis zu nehmen.
Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen ...

66

Mittwoch, 10. März 2010, 23:45

Entschuldigung dass ich so spät erst zurück schreibe.

Kein Problem. Wie Du siehst, kann auch ich in diesem Thread zur Zeit nicht so, bzw. so oft schreiben, wie ich gerne würde. Ich brauche im Moment etwas Ablenkung und Kompensation weil dieses Thema keine leichte Kost ist. Es geht ja hier nicht um den Austauch von Vorlieben, Hobbies oder Musikgeschmack.
Auch weil dies kein einfaches Thema ist, habe ich häufig Probleme, die richtigen Antworten zu finden und verständlich zu formulieren und das braucht seine Zeit. Ich sehe es für mich auch unter dem Aspekt "Warum viel reden, wenn man nichts zu sagen hat".

Also: Hier ist druckfreie Zone im Sinne von sofort, schnell oder überhaupt antworten müssen.

Hast Du die Ursachen für die Empfehlung mit ihr besprochen?

Nein. Meine Therapeutin hatte mir diese Empfehlung mit dem Hinweis auf die Problematik mit meinem Alten begründet. So orientierungslos und in psychologischer Hinsicht wissensfrei wie ich damals war, habe ich das einfach so angenommen und ausprobiert.

Wohl weil ich insgeheim mich mit so einem Gedanken bereits anfreundete.

Meine Antwort bezüglich der Unwichtigkeit des Geschlechts eines Therapeuten bezog sich nur auf mich und meine Erfahrung. Es mag sein, dass dies bei Dir oder anderen anders ist. Wenn Du eher zu einem Mann tendierst, warum nicht?

Ich war eigentlich nur ein wenig verunsichert durch dies Antwort meines Hausarztes, dass ich einen Mannbevorzugen würde und es ja "statistisch unüblich" wäre ..

Mit dieser Aussage Deines Arztes kann ich nichts anfangen. Was hat eine Statistik damit zu tun? Dann stellst Du eben eine statistische Abweichung dar. Na und?

Falls Du Dich für einen Therapeuten entscheiden solltest, dann würde ich an Deiner Stelle versuchen, mich davon nicht verunsichern zu lassen obwohl das leichter gesagt als getan ist.

Nur um Dich, falls Du einen Therapeuten bevorzugst, nicht zu verunsichern:
Die Tatsache, dass ich das Experiment mit meinem Therapeuten als Fehlschlag bezeichnet habe lag nicht in seinem Geschlecht begründet.
Ich kam mit ihm einfach nicht zurecht, weil er
- keine Rückmeldungen gab
- nie nachfragte
- sich keine Notizen machte

sondern eher desinteressiert und teilnahmslos wirkte. Ich hatte ab der 2. Sitzung das Gefühl, dass ich bei ihm bin, um ihn zu unterhalten und habe ihm dementsprechend nur irgendwelchen Käse erzählt und locker vor mich hingeplaudert.
Ab der 3. Sitzung hatte ich dann das Gefühl, dass nicht er der Therapeut ist, sondern ich und ich dort in diesem Raum das Geschehen vollkommen bestimme und in der Hand habe.
Am Anfang der 4. Sitzung habe ich ihm mitgeteilt, dass diese Sitzungen sinnlos sind und die Therapie bei ihm beendet.

Endlosschleife

Exakt! Das trifft meine momentane gedankliche und emotionale Situation im Kern. Es ist einfach kein Vorankommen zu spüren und das Wiederkäuen der ewig gleichen Gedanken und Probleme bringt mich nicht weiter. Im Gegenteil. Mich nervt es wahnsinnig, wenn ich keine Fortschritte erzielen kann.

Ein Gefühl von Sicherheit und Zufriedenheit, aber das hält leider nie lange an. Spätestens bei Drucksituationen macht sich da schnell die Rationalität breit bis sich über die Dauer das chronische Gefühl an Unwohlsein nicht mehr zu bändigen ist.

Dito. Seit gut zwei Jahren geht es mir so.
Vorher war mir das egal, denn ich hielt mich für psychisch gesund, stark und stabil. Krank waren immer nur Andere. Falsch lagen immer nur Andere. Ich hingegen war Gott oder zumindest der Übermensch, denn alle anderen, die nicht so waren wie ich, waren schwach und dem Untergang geweiht.

Wenn es mir in den lezten zwei Jahren mal "gut" im Sinne von innerlich sicher und zufrieden ging, dann hielt das auch ohne äußere Einflüsse nie lange vor. Es verschwand einfach und ich konnte diese Gefühle nicht halten und die innere Leere kam wieder. So geht es mir auch mit anderen positiven Gefühlen wie Freude, Ausgelassenheit, Unbeschwertheit.

Alles Gute für die neue Therapie Blackbird!

Vielen Dank, Mann! Ich drücke Dir für Deine neue Therapie ebenfalls die Daumen und hoffe, dass Du diesmal jemanden findest, mit dem Du besser zurecht kommst.

VG
Blackbird

Legende:

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