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Jake Jonas

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21

Sonntag, 7. Februar 2010, 19:26

Ich habe auch selbst Selbstverletzung hinter mir,es passiert manchmal immer noch.Es ist nicht nur das Schneiden,auch gegen irgendetwas schlagen oder heißes Wasser gehört dazu.Die Impulse sind zu groß,um sie zu kontrollieren.Ich hatte früher ein Alkohol & Drogen Problem,ich hab es zum Glück in den Griff bekommen,dort besteht eig. keine Gefahr mehr für mich.Und draußen rumlaufen & Dinge tun ist bei mir ja,wie bekannt,nicht möglich... :S

Na, du, es ist gar nicht 'mal so ein Unterschied zwischen dem, was ich kenne, und dem, was du kennst... Ich kriege bloß eher öfter aggressive Impulse, selsbtzerstörerische eher weniger. Aber war auch nicht immer so. Ich setz' mir dann meist bloß Musik auf die Ohren und lass das dann als Fiktion heraus... Akut kann aber auch 'mal mein Haustagebuch herhalten und da stehen dann so eine schöne Dinge drin, was ich gerne mit jemandem machen würde, wie ich ihn gerne umbringen würde. Ist im Prinzip aber dasselbe... :S

Mit dem 'Rausgehen, auf mich selber wirkt das bei mir ja auch komisch, weil ich auch ein sehr von Menschen abgewander Eigenbrödler geworden bin. Ich hab' den total desorganisierten Bindungsstil und ansonsten bin ich so 'was wie eine Ein-Mann-Armee. Hab' immer alles, was man zum Überleben braucht, selbst dabei, und verlass mich nicht auf andere.

Aber, ich verstehe was du meinst; was du meinst, das ist 'was anderes als das bei mir. Bei dir sieht's mir aus wie der Anbeginn einer sozialen Phobie, vermischt mit Depression, Traumaschaden würde ich bei dir aber auch nicht ausschließen (heißt: Richtung PTBS, Borderline usw. was durch ständige traumatische Lebenserfahrungen entstehen kann).
Ich bin nämlich gerade am Durchkramen von deinem Vorstellungsthread, wir hatten uns ja auch schon etwas länger unterhalten... Und das wäre mir bei der Familienkonstellation bei all den Therapien, wo du statt auf Vertrauenspersonen auf ebenso wenig vertrauenswürdige und schädigende Ärzte gestoßen bist, nicht so unwahrscheinlich, dass da auch mit ein Traumaschaden bei dir zurückgeblieben ist. Der sich vielleicht auch so langsam zu zeigen beginnt...
Ich weiß ja nicht, seit wann wohnst du denn jetzt in deiner eigenen Bude? Und seit wann in etwa hast du diese depressiven Symptome?
Wenn das beides etwa zur gleichen Zeit angefangen hat, dann hat das durchaus 'was miteinander zu tun.
Ich lebe seit November 09 in meiner eigenen Wohnung,ich habe hart drum gekämpft & es dann wirklich geschafft.Die Symtome fingen bei mir mit 13 an & haben nun so langsam ihren Höhepunkt erreicht würde ich sagen.Ich habe einfach auch Angst vor mir selbst,bin von mir selber enttäuscht.Habe Gedanken die ich nicht haben will & Ängste die ich nicht begreife...


Nichts ist drauß geworden.
Sonst würde ich hier nicht hinschreiben.


Meinst du, dass du es alleine ohne Hilfe schaffen kannst?
Nein,das denke ich nicht...

das hilft mir grad ungemein o.O nicht... :kopfkratz:
Wieso nicht? Wenn Du Dich schlecht fühlst, wo ist das Problem das nach außen auch authentisch darzustellen, also eigentlich garnichts darzustellen, sondern die Emotionen einfach zuzulassen? Und wo ist ein Problem mit nem gesenkten Kopf durch die Welt zu wandern? Und wenn die Bekannten die Du so in der Stadt treffen könntest, darauf nicht klarkommen, könnte das ja auch daran liegen, dass sie Dir mit einer bestimmten Erwartungshaltung begegnen, was dann ihr Problem ist und nicht Deines und Dich nicht davon abhalten sollte, Deine Wege zu erledigen. Mal so ganz naiv gesprochen :S
Du musst dir das so vorstellen: Ich weiß das ich am nächsten Tag in die Stadt muss.Ich fange schon am Abend davor an,mich geistig darauf einzustellen.Stelle mir Fragen wie: Wann ist die beste Uhrzeit zu gehen,wann ist am wenigsten los?Wenn der Tag dann gekommen ist,packe ich meine Sachen.Doch bevor ich die Tür verlasse muss ich erstmal nochmal ganz laut ausatmen & mich durchrütteln um irgendwie die Tür zu öffnen.Ich öffne dann die Tür zünde mir sofort eine Kippe an oder rufe jemanden an.Nur um mich irgendwie abzulenken.Ansonsten starr ich auf den Boden & geh mit schnellem Schritt.Dabei ist mein Atem total schnell,mein Herz rast & ich hab eine totale Blockarde in mir.Menschen sehe ich nie ins Gesicht,versuche es zu verhindern.So mal als Kurzfassung.


Ich möchte es aber eher ohne Medikamente (wegen schlechten Erfahrungen) versuchen & solange ich eben noch nich die passende Therapie gefunden habe,es alleine versuchen. ... Also mein Leben ist eigentlich eine reine Katastrophe.


So eine "Katastrophe" allein in den Griff zu bekommen... - da hast Du Dir aber viel vorgenommen! Dass Du Dich nicht auf jeden x-beliebigen Therapeuten einlassen magst, zumal Du da offenbar schon schlechte Erfahrungen gemacht hast, kann ich mir vorstellen... Aber bist Du denn aktiv auf der Suche nach einer Therapie? Manchmal kann ein stationärer Aufenthalt schon etwas Entlastung bringen und den Weg in eine ambulante Therapie bereiten, wenn der Druck akut sehr hoch ist... (z.B. psychosomatische Reha oder psychiatrisches Tagesklinik).



Ich hatte früher ein Alkohol & Drogen Problem,ich hab es zum Glück in den Griff bekommen,dort besteht eig. keine Gefahr mehr für mich.
Wow, damit hast Du doch schon allerhand bewältigt!

Ähem - eigentlich oder tatsächlich?
Ich war mal eine Zeitlang in einer geschlossenen (selber eingewiesen)
weil ich wirklich nicht mehr leben wollte.Die Therapien gibt es,auch
Menschen die ich kenne waren dort,doch in dieser Klinik bei uns habe
ich den Zwischenfall mit der Überdosis gehabt & möchte sie deshalb
vermeiden.

Sagen wir es so: Wenn jm. was anbietet kann ich nicht nein sagen...


Hallo Jake, diese Panik vor dem draussen sein ist mir allzu bekannt. Da gibt es nur eines, was dir helfen wird: Rausgehen! Wenn du fuehlst, dass du nicht atmen kannst, dass du umkippen wirst - mach es trotzdem. Gehe spazieren. Gehe mit deiner Freundin Kaffee trinken. Gehe jeden Tag bewusst in die Gegend, die dich triggert. Es ist moeglich, Panik ohne Medis in den Griff zu bekommen, ich habe es selbst geschafft. Versuche, das Problem in den Griff zu bekommen, bevor es eine ausgewachsene Agoraphobie wird. Begib dich unter Menschen, auf Teufel komm raus. Es ist machbar, nicht ueber Nacht, aber mit viel Geduld und dem Wissen, dass du nichts zu verlieren hast.

Es wird besser! Keine Macht der Panik! :kampf:

Alle Probleme sind miteinander verknuepft, und das ist ein wirklicher Tiefpunkt, vielleicht hilft es, wenn du zuerst an einer Sache arbeitest. Sobald ich mit Panik diagnosiert wurde, damals in einem Drogen-Reha, war es einfacher, erstmal das auf die Reihe zu kriegen.
Ich kenne einige Diagnosen von mir schon,aber ich kann eben nicht einfach rausgehen.Wenn das gehen würde,hätte ich dies schon längst getan.Sogar mit Hilfen von den wenigen Freunden die ich noch besitze (mit dem Rest habe ich aus Trägheit keinen Kontakt mehr) ging es einfach nur sehr schlecht...


Nachtrag: wenn das einfach zu lesen war, das ist es bei Weitem nicht. Es hat Jahre gedauert, und manchmal trifft es mich immer noch aus heiterem Himmel (zB heute), egal, wo ich sein mag. Also: Mut ist angebracht, und nicht aufgeben.
Ich hab noch nie aufgegeben...sonst würde ich wohl hier nicht mehr schreiben.

22

Sonntag, 7. Februar 2010, 19:37

Meinst du, dass du es alleine ohne Hilfe schaffen kannst?

Nein,das denke ich nicht...


Da du noch keine 18 Jahre bist und selbst danach hast du bei deiner Vorgeschichte Anspruch auf einen Betreuer (Ambulante Hilfe). Ist das für dich evt. eine Option?
Am meisten fühlt man sich von der Wahrheit getroffen,
die man sich selbst verheimlichen wollte.

Friedl Beutelrock

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23

Sonntag, 7. Februar 2010, 19:38

Du meinst einen Therapeuten oder?
Oder jemanden der wirklich einen begleitet den Tag über?

24

Sonntag, 7. Februar 2010, 19:49

Oder jemanden der wirklich einen begleitet den Tag über?


Kein Therapeuten.

Der BetreuerIn hat so 4-10 Std. pro Woche zur Verfügung (hängt davon ab, was das Jugendamt bewilligt). Da plant er mit dir gemeinsam, was anliegt und begleitet dich auch. Sein Job ist es, dich bei deinen alltäglichen Dingen zu unterstützen. Z.B. auch bei der Therapeutensuche oder evt. einer geeigneten Klinik.
Am meisten fühlt man sich von der Wahrheit getroffen,
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Friedl Beutelrock

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25

Sonntag, 7. Februar 2010, 20:04

achso ja.wurde mir angeboten.und ich weiß auch schon was ich für eine bekommen hätte.und dort habe ich dankend abgelehnt.die wollte nur ein höheres gehalt haben mehr nicht.die frau ist nicht einmal auf meine wünsche eingegangen.ansonsten hätte ich es mir sicherlich vllt überlegt.

26

Sonntag, 7. Februar 2010, 20:26

die frau ist nicht einmal auf meine wünsche eingegangen.ansonsten hätte ich es mir sicherlich vllt überlegt.


Die Frage ist, wer hat es dir angeboten?
Es gibt nämlich verschiedene Stellen, die diesen Job machen. Das Jugendamt ist nur immer der Geldgeber.
Am meisten fühlt man sich von der Wahrheit getroffen,
die man sich selbst verheimlichen wollte.

Friedl Beutelrock

27

Sonntag, 7. Februar 2010, 22:18

Hallo Jake,

wenn dich Therapeuten nicht weitergebracht haben, kann ich dir den Besuch einer Selbsthilfegruppe an`s Herz legen. Probleme mit sozialer Phobie kenne ich aus eigener Erfahrung. Was mir geholfen hat, war im ersten Schritt zu sehen wie es anderen Menschen mit ähnlichen Ängsten geht. Besser gesagt, zu sehen ich bin nicht der einzige, kein Alien... Selbsthilfegruppen zu den Thema gibt es, soweit ich weiß in jeder größeren Stadt.

In einer schwierigen Phase ist es nicht einfach diesen Schritt zu wagen, weiß ich. ;) Für mich war es das Richtige.

Marlin
create yourself

28

Sonntag, 7. Februar 2010, 23:15

Du musst dir das so vorstellen: Ich weiß das ich am nächsten Tag in die Stadt muss.Ich fange schon am Abend davor an,mich geistig darauf einzustellen.Stelle mir Fragen wie: Wann ist die beste Uhrzeit zu gehen,wann ist am wenigsten los?Wenn der Tag dann gekommen ist,packe ich meine Sachen.Doch bevor ich die Tür verlasse muss ich erstmal nochmal ganz laut ausatmen & mich durchrütteln um irgendwie die Tür zu öffnen.Ich öffne dann die Tür zünde mir sofort eine Kippe an oder rufe jemanden an.Nur um mich irgendwie abzulenken.Ansonsten starr ich auf den Boden & geh mit schnellem Schritt.Dabei ist mein Atem total schnell,mein Herz rast & ich hab eine totale Blockarde in mir.Menschen sehe ich nie ins Gesicht,versuche es zu verhindern.So mal als Kurzfassung.


Naja das hatte ich auch eine lange Zeit, aber mitlerweile bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es zumindest in einer Großstadt niemanden wirklich interessiert was ich treibe und ob ich den Menschen in die Augen schaue, die meisten sind ohnehin mit sich selbst und ihren Problemen beschäftigt. Und je mehr Menschen zusammen kommen desto uninteressanter wird das Individuum. Grade in der Innenstadt muss man sich wirklich was einfallen lassen, wenn man aufmerksame Blicke auf sich ziehen will, bei all den Bettlern und Straßenkünstlern. Also der Fall dass jemand ausgerechnet auf Dich aufmerksam wird, ist eher gering. Und den Augenkontakt bewusst zu vermeiden, wenn das bei Dir Ängste auslöst, ist doch erstmal eine gute Strategie. Und grade nicht zu den Stoßzeiten unterwegs zu sein, finde ich persönlich auch sehr praktisch, da muss man wenigstens nicht lange irgendwo warten. Außerdem glaube ich, dass das auch irgendwo ganz menschlich ist, sich unwohl zu fühlen, wenn man sich ganz alleine unter Fremden bewegen muss. Wenn Du mal den Mut aufbringst einen Blick zu riskieren, wirst Du schon sehen, dass Du nicht der einzige bist, der verunsichert ist, zumindest ist das meine Erfahrung.

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29

Sonntag, 7. Februar 2010, 23:28

Ich lebe seit November 09 in meiner eigenen Wohnung,ich habe hart drum gekämpft & es dann wirklich geschafft.Die Symtome fingen bei mir mit 13 an & haben nun so langsam ihren Höhepunkt erreicht würde ich sagen.Ich habe einfach auch Angst vor mir selbst,bin von mir selber enttäuscht.Habe Gedanken die ich nicht haben will & Ängste die ich nicht begreife...

Also, ich würde da einfach erst einmal auf einen Traumaschaden tippen. Das scheint mir sehr wahrscheinlich, weil ich hab' deinen Vorstellungsthread noch einmal genauer durchblättert - und ich sag' dir, dass man aus der Vergangenheit nicht ohne Schaden 'rausgeht, das ist schon so sonnenklar wie das Amen in der Kirche...
Wenn das aber 13 schon mit der Angst so angefangen hat, das fügt sich ebenso in der Bild ein, weil wohl bei traumatsierten Kindern nicht unüblich ist, dass sich ab der Pubertät die falsch erlernten, die nicht erlernten Verhaltensmuster, mitunter auch selbstzerstörerische oder deliquente Tendenzen zeigen. Denke 'mal, das hängt einerseits mit der hormonellen Veränderung zusammen, zum anderen aber auch, weil das noch einmal so eine neue Lebensphase ist; wenn du aus dieser herauskommst, dann bist du ein erwachsener Mensch. (Zu mindest solltest du es danach sein - wenn wir 'mal von dem ausgehen, wie die Natur das vorhergesehen hat.)
Weiß nicht, es gibt Kinder, die auch schon vorher Signale aussenden, aber speziell ab dieser Zeit zeigt sich das wohl bei traumatsierten Kindern. Die Art und Weise, wie sich das dann zeigt, ist sehr verschieden... Es gibt welche, die von zu Hause weglaufen, es gibt welche mit Suchtproblemen, welche mit explosiven Aggressionen, mangelndem Moralverhalten, welche mit Phobien, mit Angststörungen allgemein, Essstörungen, Vorstadien von Persönlichkeitsstörungen... Also, die Palette ist sehr vielfältig, wie sich das zeigen kann.

Und ist klar, wenn darauf kein Mensch bei dir eingeht, sei es nun diplomierter Fachidiot oder einfach nur ein Freund oder ein Bekannter - das wird auch nicht viel besser werden. Wenn dir dauernd nur einer versucht, Schuldgefühle dafür einzureden, dich als bekloppt hinzustellen mit deinen Problemen oder weiß der Fuchs was, dann ist klar, dass sich da die Katze dauernd nur in den eigenen Schwanz beißen wird auf immer und ewig.
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30

Montag, 8. Februar 2010, 13:10

die frau ist nicht einmal auf meine wünsche eingegangen.ansonsten hätte ich es mir sicherlich vllt überlegt.


Die Frage ist, wer hat es dir angeboten?
Es gibt nämlich verschiedene Stellen, die diesen Job machen. Das Jugendamt ist nur immer der Geldgeber.
Ich habe das Jugenamt drau angesprochen,aber sie meinten sie sehen keinen dringenden Bedarf & würden erstmal prüfen ob das überhaupt notwendig wäre & dann ggf. die kosten übernehmen...

Hallo Jake,

wenn dich Therapeuten nicht weitergebracht haben, kann ich dir den Besuch einer Selbsthilfegruppe an`s Herz legen. Probleme mit sozialer Phobie kenne ich aus eigener Erfahrung. Was mir geholfen hat, war im ersten Schritt zu sehen wie es anderen Menschen mit ähnlichen Ängsten geht. Besser gesagt, zu sehen ich bin nicht der einzige, kein Alien... Selbsthilfegruppen zu den Thema gibt es, soweit ich weiß in jeder größeren Stadt.

In einer schwierigen Phase ist es nicht einfach diesen Schritt zu wagen, weiß ich. ;) Für mich war es das Richtige.

Marlin
Wäre eine überlegung wert...


Du musst dir das so vorstellen: Ich weiß das ich am nächsten Tag in die Stadt muss.Ich fange schon am Abend davor an,mich geistig darauf einzustellen.Stelle mir Fragen wie: Wann ist die beste Uhrzeit zu gehen,wann ist am wenigsten los?Wenn der Tag dann gekommen ist,packe ich meine Sachen.Doch bevor ich die Tür verlasse muss ich erstmal nochmal ganz laut ausatmen & mich durchrütteln um irgendwie die Tür zu öffnen.Ich öffne dann die Tür zünde mir sofort eine Kippe an oder rufe jemanden an.Nur um mich irgendwie abzulenken.Ansonsten starr ich auf den Boden & geh mit schnellem Schritt.Dabei ist mein Atem total schnell,mein Herz rast & ich hab eine totale Blockarde in mir.Menschen sehe ich nie ins Gesicht,versuche es zu verhindern.So mal als Kurzfassung.


Naja das hatte ich auch eine lange Zeit, aber mitlerweile bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es zumindest in einer Großstadt niemanden wirklich interessiert was ich treibe und ob ich den Menschen in die Augen schaue, die meisten sind ohnehin mit sich selbst und ihren Problemen beschäftigt. Und je mehr Menschen zusammen kommen desto uninteressanter wird das Individuum. Grade in der Innenstadt muss man sich wirklich was einfallen lassen, wenn man aufmerksame Blicke auf sich ziehen will, bei all den Bettlern und Straßenkünstlern. Also der Fall dass jemand ausgerechnet auf Dich aufmerksam wird, ist eher gering. Und den Augenkontakt bewusst zu vermeiden, wenn das bei Dir Ängste auslöst, ist doch erstmal eine gute Strategie. Und grade nicht zu den Stoßzeiten unterwegs zu sein, finde ich persönlich auch sehr praktisch, da muss man wenigstens nicht lange irgendwo warten. Außerdem glaube ich, dass das auch irgendwo ganz menschlich ist, sich unwohl zu fühlen, wenn man sich ganz alleine unter Fremden bewegen muss. Wenn Du mal den Mut aufbringst einen Blick zu riskieren, wirst Du schon sehen, dass Du nicht der einzige bist, der verunsichert ist, zumindest ist das meine Erfahrung.
Das dachte ich auch.Aber es geht nicht nur um Blicke.Ich werde oft angepöbelt & da ich mir nix gefallen lasse bin ich auch schon in viele Schlägereien geraten.Und mittlerweile tut jedes beschissene Wort von anderen einfach nur weh oder/und macht mich rasend aggressiv.


Ich lebe seit November 09 in meiner eigenen Wohnung,ich habe hart drum gekämpft & es dann wirklich geschafft.Die Symtome fingen bei mir mit 13 an & haben nun so langsam ihren Höhepunkt erreicht würde ich sagen.Ich habe einfach auch Angst vor mir selbst,bin von mir selber enttäuscht.Habe Gedanken die ich nicht haben will & Ängste die ich nicht begreife...

Also, ich würde da einfach erst einmal auf einen Traumaschaden tippen. Das scheint mir sehr wahrscheinlich, weil ich hab' deinen Vorstellungsthread noch einmal genauer durchblättert - und ich sag' dir, dass man aus der Vergangenheit nicht ohne Schaden 'rausgeht, das ist schon so sonnenklar wie das Amen in der Kirche...
Wenn das aber 13 schon mit der Angst so angefangen hat, das fügt sich ebenso in der Bild ein, weil wohl bei traumatsierten Kindern nicht unüblich ist, dass sich ab der Pubertät die falsch erlernten, die nicht erlernten Verhaltensmuster, mitunter auch selbstzerstörerische oder deliquente Tendenzen zeigen. Denke 'mal, das hängt einerseits mit der hormonellen Veränderung zusammen, zum anderen aber auch, weil das noch einmal so eine neue Lebensphase ist; wenn du aus dieser herauskommst, dann bist du ein erwachsener Mensch. (Zu mindest solltest du es danach sein - wenn wir 'mal von dem ausgehen, wie die Natur das vorhergesehen hat.)
Weiß nicht, es gibt Kinder, die auch schon vorher Signale aussenden, aber speziell ab dieser Zeit zeigt sich das wohl bei traumatsierten Kindern. Die Art und Weise, wie sich das dann zeigt, ist sehr verschieden... Es gibt welche, die von zu Hause weglaufen, es gibt welche mit Suchtproblemen, welche mit explosiven Aggressionen, mangelndem Moralverhalten, welche mit Phobien, mit Angststörungen allgemein, Essstörungen, Vorstadien von Persönlichkeitsstörungen... Also, die Palette ist sehr vielfältig, wie sich das zeigen kann.

Und ist klar, wenn darauf kein Mensch bei dir eingeht, sei es nun diplomierter Fachidiot oder einfach nur ein Freund oder ein Bekannter - das wird auch nicht viel besser werden. Wenn dir dauernd nur einer versucht, Schuldgefühle dafür einzureden, dich als bekloppt hinzustellen mit deinen Problemen oder weiß der Fuchs was, dann ist klar, dass sich da die Katze dauernd nur in den eigenen Schwanz beißen wird auf immer und ewig.
Die Dinge die du eben aufgezählt hast passen komischerweise fast alle o.O ziemlich beängstigend.Ich denke aber weniger das es etwas mit meinen Hormonen zu tun hat,weil ich eben schon immer Verantwortung übernehmen musste & ziemlich frühreif wurde,wie du weißt.Ich hab bald wieder einen Termin bei einem Therapeuten,vllt wird es ja dieses mal etwas.Wäre doch mal ein Anfang...

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31

Montag, 8. Februar 2010, 22:41

Die Dinge die du eben aufgezählt hast passen komischerweise fast alle o.O ziemlich beängstigend.Ich denke aber weniger das es etwas mit meinen Hormonen zu tun hat,weil ich eben schon immer Verantwortung übernehmen musste & ziemlich frühreif wurde,wie du weißt.Ich hab bald wieder einen Termin bei einem Therapeuten,vllt wird es ja dieses mal etwas.Wäre doch mal ein Anfang...

Doch, es hat ein bisschen 'was mit den Hormonen zu tun, dass die Abgründe, die vorher in der Kindheit passiert sind, dann aufbrechen, weil da dann die Zeit beginnt, wo du langsam erwachsen bist. Hormonell stellt sich den Körper darauf um, wie ein Erwachsener zu funktionieren. Deshalb auch die ganze Persönlichkeitsveränderung, das Kinder auf einmal Geheimnisse haben wollen, immer mehr draußen selbstständig agieren, Dinge ausprobieren, sich den Eltern widersetzen etc. pp. Da verändert sich auch automatisch im Gehirn etwas.
Bei einer solchen Veränderung der Körperchemie können auch Dinge hervorgespült werden, die bis dahin versteckt geblieben sind. Besonders wenn sexuelle Traumata in der Vergangenheit vorliegen, kommt das dann erst zum Vorschein, weil dann ein Mensch sich erst für das Ganze zu interessieren beginnt, um damit Erfahrungen zu machen. Vorher denkt man eben nicht in diesen Dimensionen, wie als Erwachsener... Deshalb, denke ich 'mal, wird dann langsam das hervortreten, was in dem ersten Lebensjahrzehnt alles schiefgelaufen ist.
Unabhängig jetzt davon, dass man auf sich selber schon immer etwas aufpassen musste. Mir geht das ebenso, dass ich irgendwann auch verstanden habe, entweder passe ich auf mich selber auf oder es wird keiner diese Aufgabe übernehmen. Und wenn keiner diese Aufgabe übernimmt, dann werde ich über kurz oder lang wieder und wieder traumatische Erfahrungen machen oder ich werde eines Tages tot sein...
Und zu mindest, um in meinem Falle zu sprechen, rückwirkend betrachtet hat sich seit der Pubertät langsam der ganze Abgrund langsam gezeigt, der in mir drin geschlummert hat. Heute habe ich nur halbwegs das Handwerk dazu in der Hand, um das etwas bewerten zu können und Rückschlüsse ziehen zu können.

Ich kann dir an der Stelle auch nur raten, dich in solcherlei Hinsicht umzuschauen, ob du jemanden finden kannst, der auf dem Fachgebiet Trauma Erfahrungen hat. Weil Traumata, insbesondere von Menschen verursachte, bedürfen ziemlicher Sensibilität und Fingerspitzengefühl. Da brauchst du jemanden mit weit fundierterem Hintergrundwissen dazu, der überhaupt in der Lage ist, dich zu verstehen. Weißt, wie ich mein'?
Einer mit Erfahrungen in verschiedenen Richtungen von Persönlichkeitsstörungen wäre auch noch OK, weil bei diesen Traumata mitunter auslösende Funktionen haben. Da kommt das Thema zwangsläufig auch mit drin vor.
Oder auch, wer sich speziell ausgewiesen auf dem Gebiet Phobien auskennt. Das ist ja in deinem Fall auch ein großes Thema.

Ansonsten gilt auf für dich, würde ich sagen, der Grundsatz: Pass auch immer ein bisschen auf dich selber auf. Selbst wenn du in Therapie gehst, wenn zu Hause gerade der Baum brennt, dann musst du das Problem kurz alleine lösen. Das heißt, du musst auch immer so eine Instanz im Hinterkopf haben, die dir einen guten Rat geben kann, was wann und wo zu tun ist...
Augen auf im Straßenverkehr, wie ich immer sage.
Und nach der Therapie wird das auch so sein, dass du das dann sowieso machen musst. Selber entscheiden und reagieren.
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32

Sonntag, 21. Februar 2010, 18:41

Danke.Wenn es Neuigkeiten gibt werde ich mich melden. :)